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Full text of "Beiträge zur Kenntniss der Gattung Oxyrhina; mit besonderer Berücksichtigung von Oxyrhina Mantelli Agassiz. [Inaugural-Dissertation, München]"

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Beiträge zur 



Kenntniss der 
Gattung 

Oxyrhina 




Charles Rochester 
Eastman 



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HARVARD UNIVERSITY 




LIBRARY 

or Tili: 

MUSSUM OP COMPARAT1VB ZOÖLOGY 



GIFT OF 



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Separat-Abdruck 

aus 

PALAEONTOGRAPHICA. 

Beiträge zur Naturgeschichte der Vorzeit. 

Herausgegeben von Prof. Karl A. v. Zittel in München. 

XLL Band. 



■ 

Beiträge zur Kenntniss der Gattung Oxyrhina 

mit besonderer Berücksichtigung von Oxyrhina Mantelii Agassiz 

von 

Charles R. Eastman. 

Auiilent ad dem Museum of Comparative Zoologj, Cambridge, Mm»s 



Mit 3 Tafeln. 



Stuttgart. 
E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung (E. Koch). 

1894. 



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MÜS. COMP, 
ÜB RAST 



HARViRC 

BWERSITY 



I 




Beiträge zur Kenntniss der Gattung Oxyrhina 



mit besonderer Berücksichtigung von Oxyrhina Mantelli Agasslz 



Die fossilen HaifischzShne des Lammdac-Typaa, welche Agassis: vor 50 Jahren mit grossein Scharf- 
sinn in eine Anzahl Gattungen und Speeles zerlegte, gehören nicht allein zu den schönsten und best er- 
haltenen Fischflberresten, sondern auch zu den am längsten bekannten. Da sie fast Uberall in den tertiären 
Ablagerungen recht häufig sind, so verfehlten sie auch nicht, ihrer auffallenden Form und ihres Aussehens 
wegen, in fast jedem Land und Zeitalter die Aufmerksamkeit und das Staunen des Volkes zu erregen. 

Dem praehistorischen Menschen, wenigstens in America, dienten sie als Pfeilspitzen und zu anderen 
Werkzeugen, und die Eingeborenen Brasiliens sollen sie auch bis zu unserer Zeit in ähnlicher Weise ver- 
wendet haben. — In Italien sind sie besonders häufig und unter dem gemeinsamen Namen Glossopetrnc 
oder Omithoglossae waren schon den alten Römern bekannt, denn sie werden von ihren Schriftstellern 
erwähnt, ' und von dieser Zeit an veranlassten sie eine Menge recht auffallender Theorien zur Erklärung 
ihrer Natur und Herkunft. Im Allgemeinen aber hielt man sie entweder für Naturspiele sammt den mit 
ihnen vorkommenden Petrefacten, oder man glaubte in ihnen die versteinerten Zungen von Vögeln, Schlangen 
und anderen Thiercn zu erblicken. Indessen wurde eine Reihe recht sonderbarer Fabeln daran angeknüpft, 
welche immer eifrigst wiederholt wurden. Eine solche, welche erst im Mittelalter auftauchte hat sich sogar 
bis in dieses Jahrhundert erhalten. Sie gibt nämlich an, dass der Apostel Pailis auf Malta von einer 
Schlange gebissen worden sei, worauf er sie verfluchte und eine ungeheure Menge davon tödtete. Weiter be- 
richtet die Legende, dass diese Schlangenzähne ein Schutzmittel gegen Gift und allerhand Krankheiten seien 
und daher findet man selbst in den Schriften der hervorragenden Aerzte 1 des lfl. Jahrhunderts Rathschlag«; 



' Livitre, I.ibr. X!,». Jitvbsiluii, Sat. XIII. V. 63. Sejcbca, Quaeat. n»tur*l. III. Cap. 17, 19. Auch bei Pi.nms 
Soi.imb u. a. cf. Referate etc. in Schott, Physic* Curiom, S. 1311, und Stobabtb, Opnscula, S. 122. 

s cf. An. Libavic», Singnlarlnm, pars IV. cap. XXIII. p. 424. Co». G*>nru, Hirt, animal. lib. III. BoaTtrs ns Boot, 
üemoi. et lapid. hiatoria. (Dieser war llofarrt des Kataera Rmwu-h II ) 



Charles R. Eastman. 



liieren Tafel XVI-XVIIl. 



Historisehe Einleitung. 




150 



Zur Kenntnis« der Gattung Oijrhina. 



über die Darstellung und den Gebrauch dieser trefflichen Arznei. Dass dieser Aberglaube keineswegs am 
Anfang des 17. Jahrhunderts verschwunden war, beweist die folgende, ganz ernst gemeinte Vorschrift des 
bekannten Carolcb Lang in seiner „Historia lapidum figuratorura Helvetiae", welche drei Auflagen erlebte, 
die letzte im Jahre 1735. 

„Virtute» internac; Glosso — min Odontopetrae sunt lapide« natura« atealinae, edulcnrantis, Alexipharmacae, 
Antieplleptirne, Dinrcticae, et Antihjdropicae : pulvis forum ad «crupulum unutn cxbihitus Variola«, et morbitlos expellit, nee 
uon malignitati febrium rcsislit. Aqnae fontanae itiditi oxcitant bullaB, quihus subaidenfibus aqua gurgarisata inflammatione* 
faucium et colli, ejusnue exuleerationcs curat, si cridendum üb, qua« Our« Wuhuiu» in sno mu8«o adducit. 

Externes. Externe suspcndunUir e collo puerorum auro vel argenlo inelnsi, ad arcendam eorum epitepiiam et 
pavorum, uoiinunquam dentifrieiis udiniscentur ad dealbando« denies. gingivarumque acidum »biorbendum •' p. 50, Aufl. 1708. 

Der erste aber, der die Glossopetrae richtig deutete und zwar durch Vergleich mit Zähnen lebender 
Haie, war Favus Colimsa, oder Colonna, dessen „Dissertatio de Glossopctris" erst im Jahre 1 ß I G ver- 
öffentlicht und als Anhang zu den drei lateinischen Auflagen von Augustinus Scilla's Werke,' „De Cor- 
poribus Marinis" herausgegebeu wurde, und zwar 1747, 1752 und 1759. 

Scilla, der von Beruf Maler und Dichter war, zeigt sich in dieser durchaus wissenschaftlichen 
Arbeit als ein sehr scharfsinniger Beobachter und beweist gerade bei der Besprechung der Glossopetrae 
eine für seine Zeit fast erstaunliche Kenntniss dieses Gegenstandes. Er begründete schärfer uud erweiterte 
durch die vergleichende Methode die Ansicht Colcmna's, so dass es ihm nicht allein gelang nachzuweisen, 
welche unter den recenten Haien ähnliche Zähne besitzen, sondern auch die Stellung zu bezeichnen, welche 
die fossilen im Gebiss einnehmen. Kr sagt sogar: 

,Ja die Haifischzähne lind auf solche Weise neben einander gefaxt, dass man leicht angeben kann, zu welcher Seit« 
ein jeder gebort, «eiche dem Halte an nächsten stehen, welche neben der Schnauze, welch« zur rechten und welche zur 
linken liegen, und da in dem Gebias eines Haifisches die Zähne der linken Seite nicht denen der rechten entsprechen, noch 
die oberen den unteren, »o laut sich bei jedem beliebigen Zahn ohne weiteres bestimmen, In welchen Kiefer und h'ieferatt 
er gebort.« 

Fast zur gleichen Zeit mit Scilla erschien auch die Abhandlung des dänischen Gelehrten Steno *, 
der viele Jahre in Italien lebt«. In dieser Arbeit beleuchtete er die Anatomie eines Haifisches aus dem 
Mittelmcer und es war darin unter anderem betont, dass die Zahne dieses Fossils ganz genau überein- 
stimmten mit jenen aus den Erdschichten von Toscana. Ferner versuchte er, recente und tertiäre Muscheln 
mit einander zu vergleichen und stellte eine ganz zureichende Erklärung des Fossilisationsprocesses auf. 
Im Allgemeinen ist sein grosses Werk * sehr wissenschaftlich, und da der Verfasser eine merkwürdige Ein- 
sicht in die Geologie besitzt, bietet es ein besonderes Interesse. 

Ebenso wie Scilla's Arbeit erlebte auch jene von Steno drei Auflagen, wovon eine in die eng- 
lische Sprache übersetzt wurde. In Folge der Verbreitung dieser drei grundlegenden Werke einestheils 
uud durch fortwährend neue Entdeckungen unter Anwendung der vergleichenden Methode anderntheils 
hörte der Glaube an Schlangcnzungen allmählich auf. Dass jedoch die Frage gern disputirt wurde, 
beweist die grosse Anzahl mehr oder weniger eingehender Abhandlungen darüber, welche nicht allein in 
Italien, sondern auch in England, Frankreich und insbesondere in Deutschland erschienen. 



• Erst in Italienisch unter dem Titel „La vsna tpeetüazioii« dhiugannaU dal sensa« u. s. w. in 1670 veröffentlicht. 
' Niwlacs Stkxo (eigentlich ÖTExoimrs). - De »olido intra Solidum naturaliter contento u. s. w. Florenz, 1669. 




Historische Einleitung. 



151 



Indessen fehlte es nicht an Versuchen zur Bestimmung der ursprüglichen Grösse des Thiercs, 
wobei man als Regel annahm, dass die Zähne bei recentcn und fossilen Haien in gleichmäßigem Verhfiltniss 
zur Länge des Körpers standen. In dieser Beziehung gelangte man durch die vergleichende Methode je- 
doch nicht immer zu glücklichen Resultaten. Dass es insbesondere bei Carcharodon sehr verschiedene 
Meinungen gab, lässt sich aus den drei folgenden Beispielen erkennen: Aus den Untersuchungen von 
M. Lacepede ergibt sich, dass Carcharodon megalodon mindestens 70 Fuss 9 Zoll lang gewesen sein muss. 
Aus Parkinson' s Messungen eines uoch grösseren Zahnes muss ein solches Thier sogar mindestens 100 Fuss 
lang gewesen sein. Auf Grund eines 4 Zoll langen Zahnes und gestützt auf einen Vergleich mit einem 
„ Seehund" aus dem Mittelmeer, kommt Kundmann in 173" zu folgender fabelhaften Annahme: — 

„So müaste der Bach» «ine« Bolchen Fisch«» aber 100 Ellen weit gewesen »ein, durch welchen er ganie Com- 
psgnien Reiter, ja Henwageo zuaammt den Pferden verschlucken können." — Rariora Natura« et Arti», 1737, p. 89. 

Auf die spätere Literatur bis zu dem Meisterwerk von Aqabsjz lt}33 — 14, hat es für uns keinen 
Werth weiter einzugehen, daher beschränken wir uns nur auf die Anführung der wichtigsten Abhandlungen 
und gehen alsdann zu einer Beschreibung von Oxyrhina Manieiii über. 




Verzeiehniss der älteren Literatur. 



1549. Libavius, Andreas. Singulariam, üb. IV. j>. 424. (Eine andere Ausgabe desselben 1601.) 

ir>65. Gesner, Conrad. De omni rerum fos&ilium generc u. s. w. Hist. animal. Üb. IV. 

1609. Boetius de Boot, Anseimus. Gcmmarnm et lapidum historia, lib. IV. p. 301, 343. 

1616. Columna (oder Colonna), Fabius. De Glossopetris dissertatio. in „Historia stirpium rariorum", auch als 

Anbang zu Scillai's „De Corporibus marinis". 1747, 1752. und 1759 herausgegeben. 

1647. De Lai't, Johannes. De gemmis et lupidibus, lib. II. cap. III. p. 103. 

1662. Schott, Caspar. Physica curiosa, lib. X. cap. XVI. p. 1341—48. 

1667. Voigt, Gottfried. Dissertatio de piseibus fossilibus atque volatilibus. 

1669. Steno, Nicolaus. Descriptio anatomica Canis Carckariae, in „Specimjne elcmentorum myologiac". p. 110. 

1669. Steno, Nicolaus. De solide intra solidum naturaliter contento dissertatlonis prodromus. 

1670. Scilla, Agostino. La vana speculazione disingannaU dal senso, lettcra responsiva circa i corpi marini, 



che petrificati si trovano In varii luoghi lerrestri. (Lateinische Ausgaben unter dem Titel: De corporibus 
marinis lapidescentibus quae defossa reperiuntor, 1747, 1757, 1759 mit Columna's „De Glossopetris" als 
Anhang). 



1672. Boccone, l'aolo (Sylvias). Recherches et observations naturelles touebant les dents des pois&ons 
petrifees u. s. w. (Eine andere Ausgabe 1674 und ins Holländische Ubertragen, 1744). 

1672. Boccone, Paolo (Sylvins). Intorno alle glossopotro. Mus. di Fis. Obs. XXXII. p. 179. 

1674. Lister, Martin. Observatio de glwsopctra tricuspidi non serrata. (Philosoph. Transact. IX. No. 110, p. 223.) 

1676. Faber, Jobann Mattbaeus. Observatio de glossopetris. (Ephemerides medico-pbysicae aeademiae naturae 
curiosorum, Dec. I.. Ann. VI., VII., VIII., IX). 

1678. Tudeccius, Simon, A. De oculis scrpetilum et Unguis mclitensibus. (Ephcm. med. acad. naturae curios. 
Dec. I. Obs. 119, p. 287). 

1686. Wormius, Olaus. De glossopetris dissertatio. 

1686. Olcarius. Gottor߻che Kunstkammer p. 32. 

1687. Geyer, Johann Daniel. Schediasma de montibus conebiferis ac glossopetris Alzeiensibus. 

1669. Koenig, Emanuel. De glossopetris in Hclvctiae repertis. (Ephem. med. acad. naturae curios. Dec. II. 
Ann. VIII. p. 303). 

1699. Lhuyd (Lhwyd, Luid oder Lloyd), Edward. Llthiophylacii Üritannici Iconographia, p. 63, 69, Tab. X. 

(Kino zweite Ausgabe 1760). 
1704. Bart hol in us. Caspar. De glossopetris dispnutio. (Zweite Auflage 1706.) 

1706—08. Scheuchzer. Johann Jacob. Beschreibung der Naturgeschichte dos Schweizerlandes. Abth. II. p. 14:!. 
1708. Sc'ueuchzer, Johann Jacob, l'iscium querelae et vindiciac, p. 21. 

1708. Lang, Carl Nikolaus. Historia lapidum hguratorum Hclvctiae u. s. nr. (Zweite Auflage 1735.) 

1709. Lang, Carl Nikolaus. Tractatus de origine lapidum tiguratorum u. s. w. Cap. II. 

170!». Mylius, Gottlieb Friedrich. Memorabilia Saxoniac subterranae. (Zweite Auflage 1718.) 

1710. Büttner, David Sigismund. Kudera dilnvii teste». 




Verzeichnis» der alteren Literatur. 153 

1717—20. Uelwing, Georg Andreas. Lithograpbia Angerburgica, pari. I. cap. VI. p. 59. 

1717—20. Riviere, M. Commentatio de dentibas petrefactis variorum piscium, quo simnl ii cum dentibus recenti- 

bas ejasriem generis comparantar. (Gommcntarii Acad. Monsp. I. p. 76). 
1719. Wolfartb, Peter. Historia naturalis lapidum Hassiae inferioris, p. 46, Taf. XXI. Fig. 7, 13, 19. 

1722. Breynius, Johann Phillip. Epistola de melonibos petrefactis montis Carmel vulgo credilis. 

1723. De Jnssicn, Anton. Sur les picrres nppelees yenx de serpents et crapandines. (Memoire« de l'Acad. roy. 

des sciences, p. 296.) 

1726. Kundmann, Johann Christian. Promptnarinm rerum naturialiam et artificialiam pp. 228—285. 

1727. Goeritz, J. A. Abbandinngen von Scblangenaugen und Seblangcnznngen. (Bucbner'a Miscell. Pbys med.) p. 167. 
1730. Georgias, Pater Ignatius. Paullus Apostolns in mari, qnod nunc Venetus finus decitnr naufragus, 

Diatr. III. p. 145. 

1730. v. Ciantar, Graf Johann Anton. Dissertationibas apologetibus de Panllo Apostolo in Melitam ejecto 
o. s. w. p. 230. 

1735. Lesser, Friedrich Christian. Litheotboolofta. Iiuch V. cap. V. p. 531. (Zweite Auflage 1751.) 
173C. Ritter, Albrecbt. Commentatio de Zoolitbodendroidis u. s. w. 

1737. Kandmann, Johann Christian. Rariora naturae et artis, p. 86 — 91. (Viele Referate angeführt) 
1741. Frisch, Jodocus Leopold. Mnsei Hoffmanninani petrefacta et lapides, p. 73, 76, 107. 
1742—50. Brackmann, Franz Ernst. Centuria epistolamm itinerarium I.— III. Cent. I. Ep. 29. De glosso- 
petris et chelidoniis. 

1748. Hill, Sir John. A bistory of fossils. (Deutscbo Uebersctzang von C. F. G. Ncstfeld, 1766.) 
1750. Grundig, Christoph Gottlob. Natur- und Kunstgeschichte von Sachsen, Abtb. I. p. 463, 567. 
1752—53. StobaeuB, Kilian. Opuscula, in quibus petrefactorum historia illastratur u. s. w. p. 122. 
1753. BrOclcmann, Franz Ernst. Petrefactum singulare, dentem seu palatnm pi&cis Ostracionls referens, (Acta 
physico-med. acad. naL curios. Act. IX. p. 116.) 

1757. Ilajer, Johann Jacob. Monumenta rerum petrificatoram praeeipaa, Oryetographia Noricae supplem. p. 6. 
175t*. Gesncr, Johann. Tractatas pbysicus de petrificatis u. s. w. p. 61. 

1758. von Maffei, Scipione. Gedanken von Blitz, Insekten and verschiedenen Seefischen auf den Bergen. 
1762. Schiaro, Domencio. Descrizione di varie produzione natorali della Sicilia. 

1762—64. Walch, Johann Ernst Imm. Das Steinreich. (Zweite vermehrte Auflage 1769, p. 96, Taf. I. Fig. 1.) 

1777. De Witry. Sur les glossopetres et les bufonites. (Memolres de l'academie des scienee de Bruxelles, Bd. I. p. 3.) 

1778. De Witry. Sur les dents de Squales, (Mdmoires de Pncadömie des scienee de Bruxelles, Bd. II.) 
1793. Ure, David. The nistory of Rntherglen and East Kilbride. 

1796. Volta, Seraphin. Ittiologia veronese del museo Bozziano u. s. w. 

1811. Parkinson, James. Organic Remains of a former world, Bd. III. p. 254. 

1622. Boardet, M. Notice sar les fossiles inconnacs, qui semblant appartenir a des plaque» maxillaires de 

poissons dont les analoguea vivans sont perdus u. s. w. 
1822. Bourdet, M. Ilistoire naturello des Ichthyodontes, ou dents fossiles qui ont appartenu ä la famile des poissons. 
1822. Mantell, Gideon Algernon. The Fossils of South Downjt, p. 227, Taf. XXXII. /*, 



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Beschreibung eines grossen Exemplars von Oxyrhina Mantelli aus der 

oberen Kreide von Kansas. 



Vorkommen und Erhaltungszustand. 



In den Jahren 1890—92 liess Herr Geheimrath von Zittel aus den Niobrara-Schichten von Logan 
County, Kansas, eine prachtvolle Serie von Wirbelthierresten aufsammeln, deren Beschreibung zum grössten 
Theil in der Palaeontographica 1 veröffentlicht wurde. Dieser Serie gehört auch das hier zu beschreibende 
Fossil an, welches hinsichtlich seiner Vollkommenheit und seines Erhaltungszustandes wohl einzig dasteht, 
und darum auch ein Glanzstück der reichen Sammlung bildet Ucber wesentliche, bis jetzt fast unbekannte 
Punkte erhalten wir durch dieses Fossil neue interessante Aufschlösse. Ein Hauptvorzug des Stückes be- 
steht darin, dass die verschiedenen Skeletttheile in ihrer natürlichen Lage zur Ablagerung kamen und 
äusserst wenig durch Fortschwemmung und Schichtendruck gelitten haben. Wihreud gewöhnlich nur isolirte 
Zähne, Knochen, Wirbel u. s. w. gefunden wurden, haben wir hier noch Alles im schönsten Zusammenhang. 
Wie günstig die Erhaltungsbedingungen waren, beweist uns der Umstand, dass selbst sonst leichter zerstör- 
bare Substanzen erhalten blieben. Für die Zwecke der mikroskopischen Unsersuchung besonders günstig 
war die Infiltration von Eisenoxyd in die Dentinröhrchen der Schuppen. Das ganze Thier liegt in einem 
weichen Kalk, aus dem die einzelnen Tbcile so vorzüglich hcrauszupräpariren waren, dass man bei Be- 
trachtung des im hiesigen Museum aufgestellten Skelettes eher an eine zoologische als an eine palaeonto- 
logischc Sammlung erinnert wird. 

Zweifellos ist das vorliegende Exemplar von 0. Mantelli das vollkommenste, bis jetzt gefundene 
seiner Gattung, und sicherlich auch eines der bcsterhaltenen der ganzen Familie der Lamnidae. Ein so 
vollständiges Gebiss, eine fast complette Wirbelsäule, derartig erhaltene Knorpelsubstanz sind bis jetzt noch 
von keinem anderen Ricsenhai aufgefunden worden. Eine derartige Hautbedeckung, frißch wie im Leben 
aussehende Schuppen, welche uns massenhaft im Gestein überliefert sind, waren bis jetzt unbekannt ihre 
Conservirung war aber auch nur unter ganz ausserordentlich günstigen Bedingungen zu erwarten. 

Es hat zwar nicht an Versuchen gefehlt aus mehr oder weniger im Zusammenhang gefundenem 
Material und durch Vergleichung mit recenten Arten die Bezahuung fossiler Haie zu reconstruiren 1 ; allein 



« cf. A. ß. Caoo«, Knochenfiiche, Band XXXtX. 1899, S. 107-124. J. C. Mirbia*. Pythonomorpha, Band XLI. 
1894, S. 1-40. 

» cf. die Arbeiten von Lawlev, Jarkri., Noctliro, Woodwird a. a.; Scilla i. J. 1752 bildete fareharodon-Zh\ine 
ab, welcbe ia 4 Querreiben standen. 




Beschreibung eines grossen Exemplars von Oxyrhina Mantelli. 



155 



alle derartigen Versuche haben uns nicht viel mehr geholfen, als uns den Unterschied zwischen Fronlal- 
und Lateralzähnen genauer kennen zu lehren. In wie viel Reihen die Zähne angeordnet waren, Längs- 
und Querreihen, wie sie nach ihrer Stellung im Ober- und Unterkiefer variirten und was für Eck- und 
Symphysenzähne es gab, wusste man nicht 

Isolirte Wirbelkörper waren schon im vorigen Jahrhundert bekannt. Bürtin ' beschrieb sogar eine 
„Sceschlange" aus der Nähe von Brüssel, welche aus 38 zusammenhängenden Selachierwirbeln besteht. 
Mantell* erwähnt das Vorkommen von Wirbeln nebst Zähnen und Chagrinbaut in England. Erst in der 
letzten Zeit aber sind Ueberreste, welche überhaupt mit den unsrigen verglichen werden können, aufgefunden 
worden. Im Jahre 1678 wurden aus der Scaglia Oberitaliens zwei wichtige Fossile zu Tage gefordert, und 
zwar waren es Wirbelsäulen von Oxyrhina Mantelli, in Verbindung mit mehreren zerstreuten Zähnen. Die 
kleinere, welche noch unbeschrieben ist, ging an das städtische Museum zu Belluno über, die grössere, 
welche erst vor sechs Jahren Bassani 5 sehr kurz beschrieb, befindet sich in der Sammlung der Universität 
zu l'avia. Die letztere besteht aus 122 dicht au einander gereihten Wirbeln, deren gemeinsame Länge 
vier Meter und siebzig Centimeter beträgt; am vorderen Ende ist sie von etwa fünfzig Zähnen umgeben, 
deneu allen die Wurzel fehlt. Auf dieses Exemplar werde ich im Folgenden wieder zurückkommen; an dieser 
Stelle sei es nur erwähnt als der nächst dem unsrigen vollständigsten bis jetzt bekannten Ueberrest von 
Oxyrhina. 

Die Bearbeitung dieses trefflichen Materials wurde mir durch die Freundlichkeit des Herrn von 
Zittel gütigst anvertraut, welcher mir ausserdem seine reichhaltige Privatbibliothek freundlichst zur Be- 
nützung Uberliess. So sei es mir an dieser Stelle erlaubt, meinem hochverehrten Lehrer meinen innigsten 
Dank auszusprechen; auch dem Herrn Dr. Brüko Hoper bin ich für gütige Hilfe bei der mikroskopischen 
Untersuchung, und Herrn Dr. Fbles PiiiEia-NOBB bei dem Corrigiren des Manuscripts zum grössten Dank 
verpflichtet 

Geologische Verhältnisse. Was spcciell die Lagerung und die petrographische Beschaffenheit 
der Jliobrara-Schichten betrifft so sind sie schon in den zuvor citirten Arbeiten von Cbook und Mkbkiam 
geschildert. Da aber in beiden eine jetzt meist wieder verlassene Eintheilung angeführt ist und sich Un- 
genauigkeiten constatiren lassen bezüglich der Armuth der Invertebraten und bezüglich der aequivalenten 
Schichten Europas, so müssen wir die geologische Stellung der betreffenden Schichten etwas näher in s 
Auge fassen. 

Wie Er/rrarooE 4 nachgewiesen hat, verlieren sich öfters sowohl die petrographisch, wie auch 
die palaeontologisch unterscheidenden Charaktere zwischen der Fox Hills und der Ft. Pierre-Gruppe einer- 
seits und der Niobrara- und der Ft. Benton-Gruppc anderseits, daher pflegt man die ersteren unter dem 



1 Oryctographie de Bruxellea 1784, S. 80, Taf. II. Fig. B, G, I; Taf. III. Fig. B; cf. auch J. J. Baus», Oryctographia 
Norica, 1758, 8. 27 u. «. w. 

J Wonders of Geology 183!», S. 328. 

» Mem. Soc. Ital. do »Clenze. Band VII. 1888. 

1 Atner. Jour. Science. Band XXXVIII. 1889, S. 813—321. Ausserdem unter der neuesten Literatur Uber die Kreide- 
bildung in Kansas verpl. C. A. Wditk, Boll. ü. S. Geol. Snrv. No. 82, 1891. T. W. Staktos, Bnll. U. S. Geol. Snrv. 
No. 10*. 1893; Robkrt Hav, Geology and Min. Beeources of Kansas, 1893; F. W. Craöin, Am. Gcologht, Band VI. S. 233, 
Band VII. S. 23. Samuel Calws, Tbe Niobrara Chalk, Am. Geologist, Band XIV. 1894, S. HO. 




156 



Zur Kenntnis! der Gattung Oxjrhina. 



Namen Montana-Formation, die letzteren dagegen unter dein Namen Colorado-Formation zu vereinigen und 
fügt als drittes und unterstes Glied der oberen Kreide die Dakota-Formation an. 

Die Mächtigkeit dieser Formation in Kansas gibt die folgende Tabelle an: 



In Kansas liegen die Kreide-Schichten fast horizontal, oder schwach nach Nordwesten geneigt und 
ruhen discordant auf dem Carbon. In dem westlichen Theil des Staates sind sie von Tertiär- Süsswasser- 
bildungcn überlagert, welche gleichfalls horizontal liegen. Ausserhalb Kansas besitzt die Colorado-Formation 
eine weite Verbreitung, ist aber östlich von dem Mississippi-Fluss nicht entwickelt. Sie erstreckt sich über 
die folgenden Staaten: Iowa, Minnesota, Nord- und Süd-Dakota, Nebraska, Kansas, Colorado, Wyoming, 
Montana, Utah, Arizona, New-Mexico und wahrscheinlich auch Texas; ferner ist sie in Britisch-America 
mächtig entwickelt Von dieser Formation sind schon etwa 100 Arten von Wirbelthieren und 150 von 
Wirbellosen bekannt 

Es haben Mekk und Haydkx 1 schon im Jahre 1SG1 den Versuch gemacht, die Kreidcbildungen 
America 's und Europa's zu parallelisiren und sie hatten die Montana- und die Colorado-Formationen dem 
Senon und Turon gegenübergestellt Com* behauptet fünfzehu Jahre später ganz ausdrücklich, dass die 
Colorado-Formation und das Turon acquivalentc Bildungen seien. Und neuerdings hat Staxton 3 mit be- 
sonderer Berücksichtigung der wirbellosen Fauna derselben Meinung beigepflichtet Ferner wären das 
Hangende respectiv das Liegende für die Altersbestimmung massgebend. Die Ft Pierre-Gruppe ist schon 
lange als identisch mit dein unteren Grünsand-Horizont (Lower Marl Bed), in New- Jersey bekannt, dessen 
Zugehörigkeit zu dem Senon Cbepnrb 4 nachgewiesen hat, während die Dakota -Formation am ehesten 
dem Cenoman entspricht. Hieraus schliessen wir, dass als gleichalteriges Aequiralent der Colorado-Formation 
die Turonstufe in Europa angesehen werden dürfte und dass unsere Fossilien aus dem oberen Turon stammen. 



Art-Bestimmung. Bekanntlich waren alle Arten von Oryrhina lediglich auf Unterschiede in den 
Zähnen begründet. Inwiefern aber die Verschiedenheiten auf speeifische Charactere hindeuten, oder in 
wie weit sie als abhängig von der Stellung im Gebiss zurückzuführen sind, ist eine Frage, worüber wir 
allerlei Ansichten in der Literatur finden, deren dircete Lösung nur aus dem Fund eines ziemlich voll- 
ständigen Rachens zu erwarten ist Ich erinnere hier nur an Agassi/, selbst, der von seinen zuerst neu 
aufgestellten 14 Arten später wieder 4 einzog; an Puobst, der die Arten 0. Desorii, 0. xiphodo» und 0. 



• Proc. Acad Nat. Sei. Philadelphia, 1861, S. 423. 

» Cor«, E. D., Cretaceoos Vertebrata, U. S. Geol. Snrv. Territ. 1875, Bd. III. S. 27, 42. 

> Staxtoti, F. W., Colorado-Formation. Bull. U. S. Geol. Sur». No. 106, 189S. 

» Cmiwir, H., Kreide y. New-Jereey. Zeilsclir. der deut. B eol. Gcb«11. Jahrg. 1870, S. 191-251. 



Obere Kreide 



Montana-Formation (Senon) . . 

Colorado-Formation (Turon) 
Dakota-Formation (Cenoman) . 



Fox Hills-(iruppe 
Ft. Pierre-Gruppe 
Niobrara-Gruppe 
Ft Benton-Gruppe 



50 Ft. 

50 „ 
400 „ 
200 „ 
360 „ 



Zähne. 



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Beschreibung eines grossen Exemplare von Oxyrbina Maotelli. 



157 



haslalis für thatsächlich verschieden hielt, eine Meinung, welcher Noetijsg widerspricht, und an Lawxbt, 
Issel u. a., welche unter dem Namen Oxyrhina Agassiti sechs und unter dem Namen Oxyrhina Desorii 
nicht weniger als sieben zuvor als selbständig betrachtete Arten zusammenfassen. 

Bei der Bestimmung der uns vorliegenden Zähne müssen wir nun entscheiden, ob sie identisch 
sind mit denjenigen Formen, welche Aoassiz als Oxyrhina ManMH bezeichnet bat, oder nicht. Wenn 
nicht, so ist der Name 0. rxienta, unter welchem Ijuvy 1 erst isolirte Zähne von demselben Fundort be- 
schrieb, und welcher jetzt Uberall in America gilt, beizubehalten; können wir aber ihre Uebcrcinstimmung 
mit 0. Mantdli beweisen, so muss natürlich der LutDY'sche Name eingezogen werden. 

Leidy selbst zweifelte, als er den neuen Namen vorschlug, an der Berechtigung desselben. Das 
Vergleichsmateria), welches ihm damals zu Gebote stand, war sehr gering. Er hatte bloss fünf Zähne aus 
der amerikanischen Kreide und anfangs kein europäisches Verglcichsraaterial, dagegen die drei Werke von 
Agassis, Dixon und Rkubs. Nur ein Merkmal schien ihm aufgefallen zu sein, nämlich eine grössere Aus- 
breitung an der Basis der Krone mit einer entsprechend langen Wurzel; und auf diesen scheinbar ge- 
nügenden Unterschied begründete er eine neue Spccies. Dabei bemerkte er an seinem Material eine Ueber- 
cinstimmung mit einer von Dixok's Abbildungen welche von den übrigen abgebildeten Exemplaren ab- 
wich. Dieselbe Uebereinstimmung constatirtc er mit einem andern Zahn von Oxyrhina, welcher aus der 
Kreide von Sussex stammte. Darauf hin folgert er dann, — „if this speeimen pertained to 0. Mantelli, 
it is probable that the speeimens from Mississippi and Iudian Territory do likewise." 

Diese Vermuthung der Identität ist nun in Bezug auf das jetzt sehr vermehrte Material völlig be- 
stätigt. Bei dem Vergleich der Zähne unseres Fossils mit den bekannten Exemplaren von 0. Mantetti aus 
der europäischen Kreide, stellte es sich heraus, dass dieselben mit einander ganz übereinstimmen, während 
die von Leidy abgebildeten Zähne genau Exemplaren aus der Serie von 13 Zähnen gleichen, welche 
Woodwabb in seinem Catalogue of Fossil Fishes (Taf. 17, Fig. 9—21) abbildet. Aber nicht die Zähne 
allein, auch die Wirbel weisen eine Überraschende Aehnlichkeit auf. Uebrigens wäre die Anwesenheit 
dieser Art schon a priori zu erwarten, denn sie ist die in der Kreideperiode am weitesten verbreitete. Sic ist 
in Europa vertreten von Irland bis zum schwarzen Meer und von Schweden bis Italien. Ihr Vorkommen ist 
auch vom nördlichen Africa bekannt, und in dem Grünsand von New-Jersey und in der Kreide von Alabama 
und Texas ist sie gleichfalls gefunden worden. Am Ende der Kreidezeit ist sie in beiden Hemisphären 
durch eine gleichfalls weit verbreitete Art 0. hastalis ersetzt. 

Be zahnung: Von dem Rachen sind nicht weniger als 280 Zähne vorhanden, welche, wie sie aus dem 
verwesenden Knopcl herausgefallen, im Schlamme liegen blieben, ohne wesentlich durcheinander gemischt zu 
werden. Die Hauptmasse der Zähne, 214 im ganzen, lag ziemlich regelmässig geordnet auf einer Unterlage 
von dicker Knorpelsubstanz, welche eine Ausdehnung von 40—50 cm aufweist. Drei Zähne lagen einige 



1 Proc. Phil. Acad. Scienc«, 1872, S. 162. Report D. S. Geol. Surr. Terril. Band I. 1873, S. 302. 

' K. Duo», Geology of Sttasex, 1860. Taf. XXX. Fig, 26. Den Zahn aus der englischen Kreide fand der ameri- 
kanische Forscher erst nachdem seine erste Beschreibung veröffentlicht wurde, weshalb er den neuen Namen nicht gern 
einziehen wollte. 

» ef. Du.*, Geol. of Suuex, 1850, Taf. XXXI. Fig. 8; Fritsch, Rept. u. Fische d. böhm. Kreide, 1878, Holzschnitte. 
Fig. 41, 42; Damam, loc. cit. Taf. II. Fig. 7, 8, Taf. III. Fig. 1, 2, 3; Hann, Palaeontographica , Bd. XX. Abth. II. 
Taf. XXXIX u. s. w. 




158 



Zur Kenntniss der Gattung Oxyrhina, 



Centimeter seitlich von dem ersten Wirbelkörper entfernt; die übrigen kamen mehr oder weniger zerstreut 
in Bruchstücken des den Kopf unischliessenden Gesteins vor. Sämmtliche Zähne wurden aus dem Gestein 
herauspräparirt, wobei auf ihre gegenseitige Lage Rücksicht genommen wurde, indem jeder für sich 
nummerirt, gezeichnet und in weichen Thon eingesteckt wurde. Die ursprüngliche Anordnung und der 
Vergleich mit lebenden verwandten Arten bildet nun das Vorbild, nach welchem das Gebiss reconstruirt 
werden kann. Doch sind die Zähne der beiden Kiefer so innig mit einander gemischt, dass wir, um die- 
selben zu unterscheiden in erster Linie Rücksicht auf die Dezahnung recenter Formen nehmen müssen. 
Was die Art des Vorkommens uns hauptsächlich lehrt, ist die allgemeine Aufeinanderfolge von vorn nach 
hinten und die Thatsache, dass die Zähne, deren Wurzel erhalten ist, höchst wahrscheinlich vier Längs- 
reihen bildeten; oder was dasselbe ist, die Wurzeln sind in den vier äusseren Längsreihen erhalten. 

Betrachtet man das Gebiss der recenten Oxyrhina gomphodon, so erkennt man folgende Merkmale: 
1) In beiden Kiefern gibt es zwei Längsreihen von Activzähnen, welche je 13 Zähne enthalten. Die Ersatz- 
zähne sind in grösserer Menge gegen die Symphyse zu vorhanden, wo der Ersatz rascher folgt. Vorne 
bilden sie 5 Querreihen und hinten 2 oder 3. 2) Die drei hintersten Qucrrcihcn bestehen aus sehr kleinen 
Zacken, welche wegen ihrer Lage in den Mundwinkeln als Mundwinkelzähne bezeichnet werden können. Im 
Unterkiefer kann unter Umständen auch eine vierte Querreihe von Mundwinkelzähnen sich dazu gesellen, so 

13 

dass die Zahnformel richtiger als j a _^ geschrieben sein sollte. Bei diesen hinteren Zähnen ist die Wurzel 

verhältnissmässig lang, worauf die Krone als eine gauz kurze Spitze sitzt. 3) Es folgen zunächst die 
Lateralzähne, welche in sieben Querreihen stehen und welche eine gemeinsame Ersatztasche besitzen. Sic 
haben sehr lange* Wurzeln mit hohen, nach hinten gerichteten Kronen und zwar stehen die Kronen im 
Oberkiefer etwas schiefer nach hinten geneigt als jene im Unterkiefer. Ferner sind die Kronen der Obcr- 
kieferzähne gerade, während diejenigen des Unterkiefers an der Spitze leicht nach aussen geneigt sind. 
4) Dann folgen die Frontalzähne, welche dichter aneinander stehen als die Lateralzähne und gleichfalls 
eine gemeinsame Eraatztaschc für sich besitzen. Sie sind höher und schlanker als die Seitenzähne und 
mit schmäleren, mehr in seitlicher Richtung comprimirten Wurzeln versehen. Die Frontalzähne des Unter- 
kiefers sind stark zurückgebogen und die 2 Wurzeläste bilden einen spitzeren Winkel miteinander als die 
des Oberkiefers. Die Krone bei den Oberkieferzähnen ist ganz gerade oder nur an der Spitze leicht nach 
auswärts gezogen, die Wurzel etwas länger und weniger tief gegabelt als bei den Unterkieferzähnen. 5) In 
den beiden Kiefern ist der mittlere der drei Frontalzähne der grösstc und unter diesen besitzt der erste 
neben der Symphyse die am stärksten comprimirte Wurzel. Der dritte Frontalzahn beiderseits im Ober- 
kiefer zeichnet sich durch seine geringe Grösse, tief gegabelte Wurzel, und die stark nach hinten gebogene 




< Ich wende bei der folgenden Beschreibung die Terminologie an, welche 0. Jjlkkel 
zuerst vorgeschlagen hat, indem die Stellung des Zahnes im Kiefer — al« der Likngsaxe des Ge- 
bisses - zu Grunde gelegt ist. Demzufolge ist die Hohe des Zahnes das Mass von dem ünterrand 
der Wurzel zur höchsten Erbebung der Krone. Die Lange des Zahnes i>t seine Erstreekung in 
der Langsaxe des Kiefers von einem Mundwinkel zum andern. Die Breite (Dicke oder Quere) ist 
das Mass des Zahnes von der Innen- zur Ausgenseite des Gebisses. Dementsprechend bezeichnet 
man die gleichzeitig aus einer Hautfalte des Kiefers hervorgegangenen Zahne als eine Llngsreihe, 
die nach einander an derselben Stelle sich verschiebenden Zahne als eine (juerreihe. (Vergl. Otto 
Jaeksl, Selacbier aus dem oberen Muschelkalk Lothringens, Abhandig. z. geol Specialliane i. Elaaas- 
I-othringen. Band III. Heft 4. 1889, S. 875.) 




Beschreibung eines grossen Kxetnplaw von Oxyrhina Mantelli. 



15!» 



Krone aus; Eigentümlichkeiten im Bau, welcbe direct von seiner Stellung unmittelbar unter dem Palato- 
Basalfortsatz abzuleiten sind, wo das Oberkieferstüek sich stark verengt 6) Beiden Kiefern fehlen 
Symphysenzähne. 

Indem nun diese Merkmale ebenso ausgesprochen sind bei den Zahnen von 0. Mantelli, so haben 
wir in denselben ein sicheres Mittel, um ihre richtige Stellung im Oebiss herauszufinden. Und zwar schlicsst 
sich die Bezahnung dieser fossilen Form so eng an die der recenten an, dass wir mit absoluter Sicherheit 
die Anordnung der Zähne in dem reconstruirten Rachen als der einstigen Wirklichkeit entsprechend an- 
nehmen dürfen. Beim Aufstellen des reconstruirten Gebisses in der Münchencr Sammlung sind die I-ängs- 
reihen aufrechter und die Zähne in weiteren Abständen als der Wirklichkeit entsprach gestellt worden, um 
eine grössere L'ehersichtlichkeit zu erzielen. 

Was die Zahl der Zähne in einer Längsreihe betrifft, so ist sie eben so gross als bei den zwei 
recenten Arten, d. h., es sind oben und unten je 13 Querreihen von Zähnen. Dann sind in jeder Quer- 
reihe 4 Zähne mit Wurzeln (und ausserdem 2 Reihen ohne Wurzel, die wir unten als Ersatzzähne er- 
wähnen). Wenn wir nun die über 3 Längsreihen überzähligen Zähne auf neue Querreihen vertheilen, dann 
werden die neuen Querreihen weder an Zahl vollständig, noch passen die Zähne in Grösse und Form zu 
einander. Ausserdem würde das Gebiss so sehr verlängert, dass damit die that&ächlich im Gestein erhaltene 
Ausdehnung desselben nicht stimmen würde. Die Möglichkeit, dass Zähne fehlen ist wie wir gleich sehen 
werden ganz ausgeschlossen. 

Auch von anderer Seite gehingen wir zu gleichen Resultaten. Denn bei recenten Haien sind im 
Minimum zwei Längsreiben von Activzähnen vorhanden, öfters vier oder noch mehr. Wo nun deren nur 
zwei bestehen, da sind stets die zwei zunächst folgenden Längsreihen von Ersatzzähnen vollkommen ent- 
wickelt und schon mit stark verkalkten Wurzeln versehen. Und wenn wir für Oxyrhina Mantelli nur das 
Minimum annehmeu, so folgt daraus, dass noch zwei mit Wurzeln versehene Ersatzzähnc vorhanden ge- 
wesen sein müssen. Darnach kann die Zahl der Querreihen nicht grösser sein als 13. 

Die Frage, ob die Zähne ein vollständiges Gebiss darstellen, ist entschieden mit ja zu beantworten. 
Verwitterung und Fortschwcinmung sind ganz ausgeschlossen, weil man nicht annehmen kann, dass isolirte 
Schuppen und Stückchen des Knorpels, die Wirbel, und selbst die Spitzen der Ersatzzähne ruhig zu Boden 
fielen, während mehrere der Activzähne fortgeschwemmt wurden. Abgesehen von einigen der kleinen Eck- 
zähne sind alle Übrigen Zähne des Gebisses vorhanden, welche nach der oben geschilderten Reconstruction 
erforderlich sind. Würden aber ausserdem mehrere Zähne fehlen, so müssen diese unter sich noch andere 
Querreihen gebildet haben, und wenn eine fehlt, so müssen gleichfalls die entsprechendan in demselben und 
in dem anderen Kiefer fehlen. Dass auf einmal 16, 32 oder 48 einander ganz entsprechende Zähne fehlen, 
widerspricht sich von selbst. 

In Folge dessen schliessen wir, dass das Gebiss ein ausserordentlich vollständiges ist, dass vier 
Längsreihen von Zähnen mit Wurzeln vorhanden sind, dass die 13 Querreihen in beiden Kiefern sich 
verhalten wie bei den recenten Arten und dass ausserdem noch 2 Längsreihen von weniger voll- 
kommenen Ersatzzähnen erhalten sind und ebenso mehrere sehr eigeuthümlich gebaute Zähne, welche wir 
als Symphysenzähne bezeichnen. Wir werden diese Zähne nun bezüglich ihrer Stellung im Gebiss etwas 
genauer betrachten und fangen zuerst mit den kleineren an der Ecke der Mundwinkel stehenden Zähnen an. 




160 



Zar Kenntnis* der Gattung Oxyrhina. 



Mundwinkelzähne. Von diesen liegen uns 23 vor, welche vollständig erhalten sind, und ausser- 
dem 6 Kronen, welche wahrscheinlich zu den drei hintersten Querrcihen gehören. Demzufolge bestünden 
die letzteren aus je drei Zähnen. Bei diesen Zähnen ist die Wurzel verhältnismässig länger als sonst 
irgendwo im Gebiss, sie ist auch dicker und auf beiden Seiten flacher als bei den anderen, und in der 
Mitte gar nicht oder nur wenig gespalten. Die Krone ist von der Wurzel scharf abgesetzt, ragt aber nur 
ein klein wenig empor. Die kleineren Kronen sitzen aufrecht auf der beiderseits symmetrisch ausgebreiteten 
Basis, die grösseren sind etwas nach hinten geneigt. Die Emailgrenze läuft auf der Intern- und Extern- 
aeite nahezu horizontal; Längsfalten fehlen. Andeutungen von Seitenzacken sind an vier Zähnen vorhanden. 
Die Oeffnung für den Haupternährungskanal liegt sehr hoch an der Wurzel. Bei dem grössten Zahn zeigt 
die Wurzel eine Iünge von 2,7 und eine Breite von 1 ,0 cm, während die Höhe der Krone bloss 8 mm be- 
trägt. Die Wurzel des kleinsten Zahnes ist 7,5 mm lang und 4,0 mm breit, die Krone ist nur auf einen 
schmelzbedeckten Wulst reducirt. Einige dieser Zähne sind auf Taf. XVII. Fig. 23—34 in natürlicher 
Grösse abgebildet; den Typus stellt Fig. 24 am besten dar, den kleinsten Fig. 34. 

Lateralzähne. Von vollkommen erhaltenen Iaternlzähnen sind im Ganzen 160, oder 40 in jedem 
Kieferast, sowohl von Ober- als Unterkiefer, und 10 in einer L&ngsreihe überliefert. Ausser der Form der 
Krone findet man keinen Unterschied zwischen den Zähnen der beiden Kiefer, und selbst dieser ist keines- 
wegs stark ausgesprochen. Er besteht lediglich darin, dass bei den Zähnen des Oberkiefers die Krone 
etwas schiefer nach hinten gerichtet ist als bei denen des Unterkiefers, deren Krone aufrechter steht und 
deren Ränder mehr geradlinig sind. Bei sämmtlichen Zähnen ist die Krone an ihrer Basis verhältniss- 
mässig dünn, aber sehr lang und von der gleichfalls langen und schwach gegabelten Wurzel scharf ab- 
gesetzt Die Emailgrenzc läuft an der Externseite nahezu horizontal bis zur Mitte der Basis, wo sie eiue 
Biegung nach aufwärts macht. An der Innenseite verläuft sie regelmässig schwach nach aufwärts. Die 
Aussenseite der Krone ist ziemlich flach, darüber verläuft bei manchen nur eine einzige Runzel von der 
Basis bis zur Spitze. Die Innenseite der Krone ist leicht convex und glatt, mit schneidenden Rändern 
und scharfen Spitzen verschen, sofern sie nicht durch Gebrauch abgestumpft sind. Spaltungsrisse in dem 
Email kommen gern auf dieser Seite vor und verlaufen immer vertical, ohne aber die Spitze zu erreichen. 

Die Wurzel ist scharf von der Krone abgesetzt und bedeutend länger als der Hauptthcil derselben. 
Sie breitet sich vorn und hinten symmetrisch aus, ist aber in der Mitte nicht sehr tief gegabelt Die Ex- 
ternseite setzt sich in der Ebene der Krone fort und ist durch kleine Oeffnungen punktirt, welche die An- 
heftungsstellen der Befestigungsmembran andeuten. Auf der Internseite ist sie gleichfalls flach, abgesehen 
von einer mittleren Erhebung knapp unterhalb der Basis der Krone, und die zwei Ebenen laufen mit ein- 
ander am unteren Rand der Wurzel zusammen. An der erhabenen Stelle tritt wieder eine kleine Einsenkung 
auf, worin die Oeffnung für den Hauptemährungskanal sich befindet. Die Aussenseite ist nur wenig punktirt. 
Vorn und hinten sind die Enden meist regelmässig abgerundet; aber bei den Zähnen in den ersten Quer- 
reihen nach vorn, d. h. in der vierten Querreihe von der Symphyse, ist der vordere Ast der Wurzel 
schlanker als der hintere und etwas verlängert. Ausserdem bemerkt man hie und da einen schwachen 
Wulst gegen die Enden der Wurzel hin, welcher wahrscheinlich zur Befestigung im Kiefer diente. Es ist 
keine Spur von Nebenzacken vorhanden. Jedoch bei einem einzigen Lateralzahne von derselben Localitfit, 
welcher einem andern Exemplare angehört, sehen wir ziemlich stark entwickelte Seitenzacken, welche in 
Taf. XVII. Fig. 49 abgebildet ist Eine merkwürdige Abnormität tritt bei einem Ijtteralzahn des Oberkiefers 




Beschreibung eine* grossen Exemplar« von Oxyrhina Mantelli. 



161 



»uf, welcher ebenfalls für sich abgebildet ist (Taf. XVII. Fig. 48. Dicht neben der Krone auf der hinteren 
Seite sendet die Wurzel einen Fortsatz nacli aufwärts, welcher mit einer stark gefalteten Schmelzsehicht 
bedeckt ist. Die ganze Bildung dürfte vielleicht einem Seitenzacken entsprechen. 

Frontalzähne. Die Frontalzähne unterscheiden sich von den Lateralzähnen hauptsächlich durch 
ihre schlanken, an der Basis in der Längsrichtung schmäleren, jedoch in der Dicke stärkeren Kronen und 
ihre dementsprechend schmälere Wurzel. Bei den Frontalzähnen des Unterkiefers ist die Krone schwach 
nach innen gebogen, während die langästige Wurzel in seitlicher Richtung comprimirt und in der Mitte 
unter einem spitzen Winkel gegabelt ist. Noch grösser sind die Frontalzähne des Oberkiefers, bei welchen 
die Krone vollkommen vertical steht, während die Wurzel etwas länger und weniger tief gegabelt ist Von 
Oberkieferziihuen haben wir 24 und vom Unterkiefer gleichfalls 24, welche zu vieren in drei Querreihen 
jederscits der Symphyse stehen. Im Unterkiefer nehmen die Zähue von der Symphyse bis zur vierten 
Querreihe an Grösse zu und von da an nach hinten ab. Im Oberkiefer dagegen findet man die grössten 
von allen Frontalzähnen bereits in der ersten Querreihe, von da au nehmen sie an Grösse ab bis zur dritten, 
d. h. bis zu derjenigen Querreihe, welche unmittelbar unterhalb des Palatobasalfortsatzcs stand, dann nehmen 
die zunächst folgenden Lateralzähne erst an Grösse zu, hierauf wieder ab. Die Zähne der dritten Quer- 
reihe zeichnen sich von allen übrigen durch ihre geringere Grösse und eigenthümliche Gestalt aus (vergl. 
Taf. XVII, Fig. 3). Die Spitzen und Bänder der Frontalzähne sind sehr scharf, abgesehen von den Zähnen 
in der üussersten Längsreihe. Auf der Externseite verläuft wie bei den Seitenzähnen eine einzige Hunzel 
von der Basis bis fast zur Spitze; der Verlauf der Emailgrenze ist ebenfalls dieselbe, nur ist sie stärker nach 
aufwärts gebogen. Scitenzacken fehlen. 

Die Wurzel ist von der Krone scharf abgesetzt, dicker als bei den anderen Zähnen und meist 
nicht so symmetrisch ausgebildet Sie ist unten hyperbolisch eingebuchtet, dabei ist der vordere Ast 
schlanker und länger ausgezogen. Würde man einen Zahn aufrecht mit seinen Aesten auf eine horizontale 
Ebene stellen, so wäre die Mittellinie oder Axc der Krone ca. 15* nach hinten geneigt 1 . Oefters tritt 
auch bei diesen Zähnen an den Enden der Wurzeln ein wulstiger Fortsatz auf, natürlich auf der Innenseite. 
Die Eintrittsstelle für den Haupternäbrungskanal liegt genau in der Mitte der Innenfläche, aber nicht ganz 
so hoch als bei den Lateralzähnen. Diese Seite ist gar nicht oder nur in der Mitte fein punktirt, die 
Aussenseite dagegen ist ziemlich grob punktirt und überdies in der Mitte etwas eingesenkt. 

Sy mphysenzähne. Mit diesem Namen bezeichne ich noch 11 kleinere Zähne, welche ganz ohne 
Zweifel auf der Symphyse, wahrscheinlich der des Unterkiefers, standen. Sie lagen meist alle nebenein- 
ander im Gestein und bilden untereinander drei Querreihen, d. h. stellt man die Zähne zusammen, welche 
einander in Form und Grösse gleichen, so entstehen drei Qucrrrihen. Unter, diesen entsprechen zwei 
einander vollkommen, welche aus je vier Zähnen bestehen, während die übrigen drei Zähne eine Querreihe 

1 Diese» einfache mechanische Mittel kann man auch mit Vortheil anwenden, um die Seitenzahne des Ober- and 
Unterkiefer» schnell tob einander zu unterscheiden. Stellt man die Zahne an frech t, oder legt man nie mit den Wurzelasten 
gepen ein Lineal, so gehören diejenigen, deren Kronen am schiefsten geneigt sind, zum Oberkiefer, die mehr geraden dagegen 
zum Unterkiefer. Kerner am die Frontal/Ahne fast aller Lamna- and Oryrhina- Arten von einander rein mechanisch zu 
unterscheiden, wende man folgende von Nohtlixo angegebene Methode an. Man legt die Zahne mit der Kxternseitc auf eine 
elwne Klache, Tisch, Glasplatte oder dergleichen. Liegen sie mit der ganzen Externscite der Krone platt, so gehören 
sie dem Oberkiefer an, hebt sich jedoch die Seite davon ab and berührt die Externseite nur iheilwcise die Unterlage, so siml 
es die Zahne des Unterkiefers. 

21 




1G2 



Zur Keoatoits der Gattung Oxyrbina. 



für sich bilden. Die zwei gleichgebildeten Querreihen gehören höchst wahrscheinlich ein und demselben 
Kiefer an, in welchem sie nebeneinander standen ; aber ob dies der Ober- oder Unterkiefer war, lasst sich 
nicht mit Sicherheit behaupten, und da die Ent Wickelung von Symphysenzähuen bei recenten Arten sehr 
verschieden ist, so hilft uns auch ein Vergleich mit diesen nicht. Lediglich nach dem Beispiel von Car- 
charias habe ich sie sämmtlich dem Unterkiefer bei der Rcconstruction zugezählt. 

Betrachten wir nun die Zähne der zwei einander entsprechenden Querreihen, so finden wir, dass 
die äussersten Zähne am grössten sind, während die drei folgenden allmählich an Grösse abnehmen. Bei 
den zwei aussersten besitzt die mondförmig ausgebildete Wurzel eine Länge von 1.5 cm. eine Dicke (Quere) 
von 0,8 cm und eine Höhe von 0,4 cm. Dementsprechend ist auch die hakenförmige Krone sehr lang 
(1,2 cm) und dick (0,6 cm), aber niedrig, indem die Spitze nur 9 mm hoch ist Die Kronen sind im Ver- 
hältniss zu ihrer geringen Grösse die kräftigsten im ganzen Gebiss. Die Externseite ist rund und die Spitze 
stark nach innen gebogen, die Innenseite ziemlich flach, beide Seiten sind glatt und über beiden ver- 
läuft die Emailgrenze horizontal. Auf einem einzigen Zahn ist ein schwacher Nebenzacken entwickelt. Die 
Wurzel ist gleichfalls vorn gerundet, in seitlicher sowohl als in vertic&ler Richtung stark comprimirt und 
an der Basis flach, die zwei Aestc sind symmetrisch und lang ausgezogen. Die Innenseite ist stärker 
punktirt als die Aussenseite. Die Eintrittstelle für den Haupternfthrungskanal ist nicht deutlich zu sehen, 
scheint aber etwas ausserhalb der Mittellinie zu liegen, hart an der Ligamentkante und zwar auf der linken 
Seite. Die beiden äusseren Zähne sind in natürlicher Grösse abgebildet Die drei folgenden Zähne sind 
etwas kleiner, ihre Kronen spitzer und nicht so kräftig gebaut und ihre Wurzelaste kürzer als bei den 
ersten, sonst stimmen sie ganz übercin und die Wurzeln legen sich eng an einander an. 

Die drei merkwürdigen Zähne, welche die dritte alleinstehende Querreihe bilden, gleichen einander 
in Grösse sowohl, wie in Form. Möglicher Weise standen sie neben den anderen, vielleicht seitlich davon; 
es wäre auch möglich, dass hier einige Zähne fehlen. Die Wurzel ist nur 5 mm lang und in der Mitte 
ebenso dick; sie ist weniger flach an der Unterseite und nicht so tief gegabelt als die anderen Symphysen- 
zähne. Unmittelbar an der Basis der Krone ist sie stark und schräg nach innen gewölbt. Die Krone 
selbst ist spitzig, 6 mm hoch, stark nach rechts und nach innen gebogen und beiderseits glatt Auf beiden 
Seiten läuft die Emailgrenzc regelmässig nach aufwärts geschweift. Es sind keine Spuren von Nebenzacken 
vorhanden. Dies sind die einzigen unsymmetrischen Zähne in dem ganzen Gebiss. Sämmtliche Symphysen- 
zähne sind in Taf. XVII, Fig. 35—45 abgebildet Dergleichen scheinen bis jetzt nicht in der Literatur auf- 
geführt worden zusein, doch möchte ich bemerken, dass unter dem Namen Notidamts recurvus Ao. von Probst 1 
aus der Molasse von Baltringen ein Zahn beschrieben ist welcher eine gewisse Aehnlichkeit mit den hintersten 
Symphysenzähnen zeigt die den eben geschilderten zwei Querreihen angehören. Aber ohne einen Vergleich 
mit den Originalstücken ist die Zugehörigkeit desselben zu Lamma oder Oxyrhina nicht sicher zu constatiren. 

Taf. XVII, Fig. 1, welche in '/»« natürlicher Grösse gezeichnet ist, liefert uns eine klare Vorstelluug 
von der Aufeinanderfolge der Zähne in einer Längsreihe in den beiden Kiefern. Die Grösse derselben von 
vorn nach hinten, gibt die folgende Tabelle an*: 

' J. Probst, Beitrage tat Kenntniss der fossilen Fische aus der Molasse ton Baltringen fJabresbefte d. Ver. f. 
vaterl. Naturkunde in WQrtt. Jahrg. 1879, S. 163, Taf. 8, Fig. 17). 

1 Die Hohe ist an der Aussenseite gemessen. Die Lange ist die grosste Erstreekuog in der Langsaze an der Krone 
resp. der Wurzel, und die Dicke (Breite) ist das grösstc Maasi zwischen Innen- und Aus-.eoseiteu. 




Beschreibung eines growen Exemplar! von Oxyrhüm Mantelli. j<;3 



Oberkiefer. 



Quer- 
reihe 





Kroge 






Wurzel 




Lange 


Hohe 


Dicke 


i 

Unge Höbe 

1 


Dicke 


1 


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2.6 cm 


1,0 cm 


3,2 cm 


1.6 cm 


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II. 


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Unterkiefer. 






I. 


8,1 cm 


2,3 cm 


0,8 cm 


2,5 cm 


1,5 cm 


1,0 cm 


II. 


2,2 „ 


2.4 „ 


0,0 „ 


2,5 „ 


1,6 „ 


1.2 „ 


III. 


3,3 „ 


2.3 „ 


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IV. 


3,8 „ 


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V. 


3,7 „ 


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VI 


3,7 „ 


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VII. 


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IX. 


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X. 


2,6 „ 


1,3 „ 


0,6 „ 


2,9 „ 


0,9 „ 


0,8 „ 



Wirbel. 

Die Wirbelsäule ist, wie schon erwähnt, sehr vollständig, vom Kopf bis zum Anfang des Schwanzes 
ohne Unterbrechung erhalten und besteht aus 205 prachtvoll conservirten Wirbeln, welche ihre natürliche 
Reihenfolge noch beibehalten haben. E6 fehlen nur die letzten Schwanzwirbel, deren es vielleicht 30, 
höchstens 40 gewesen sein können. 

Abgesehen von der Grösse gleichen sich die Wirbel im Wesentlichen unter einander, sowohl was 
den inneren Bau, als auch das äussere Aussehen betrifft. In der Frontal- und Hinteransicht besitzen 
sie normal einen nahezu kreisförmigen Umriss. Die Vorderwirbel sind vollkommen rund, während die 
mittleren ein wenig oval sind, du sie im Verhältuiss zu ihrer Breite eine etwas grössere Höhe besitzen. 
Die ersten Wirbel zeichnen sich auch dadurch aus, dass sie verhältnismässig geringe Grösse besitzen, doch 
nehmen sie an Grösse sehr rasch zu und werden am grössten in der Mitte der Wirbelsäule, von wo an 
sie allmählich abnehmen. Das Variiren in Bezug auf die Grösse werden wir später eingehender betrachten. 

Die Wirbelhöhlung ist, abgesehen von den zwei ersten Wirbclkorpern, ziemlich flach, und das 
Centrum nie von der Chorda durchbohrt. Der Doppelkegel ist dick, seine Randflächen sind wohl ausge- 



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164 



Zur Kenntnis* der Gattung Oxyrbint. 



prägt, dicht und wenig aufgeworfen, und die intervertebralen Flächen fein concentrisch gestreift. Um das 
Centrum (Aussenzonc) sind die Schichtenstreifen hell gefärbt, dann folgt eine breitere, dunkler gefärbte 
Zone, welche endlich von einer ebenso breiten, helleren Zone umschlossen ist. Die Bogengruben oder die 
Lücken, welche die Insertionsstellen der Knorpclzapfen für die Neurapophysen und Haemapophysen anzeigen, 
schliessen dorsal und ventral einen Winkel von etwa 30* ein und reichen beinahe bis zum Centrum. Ihre 
Ränder, welche stark verdickt und etwas aufgeworfen sind, berühren die Wände des Doppelkegels entweder an 
zwei oder an einer, oder an gar keiner Seite und sind von den Kalkstrahlen umschlossen und gestützt. Die 
zwischen den Doppelkegelrändcrn liegende Fläche, d. h. die intravertebralc Peripherie oder Seitenansicht 
der Wirbel ist plan oder leicht eingezogen. Hier treten die Enden der Kalkstrahlen als regelmässig von 
einander abstehende Querleisten auf, von welchen man im Ganzen etwas über 60 zählt. Auf beiden Seiten 
zwischen Haemapophysen und Neurapophysen gibt es durchschnittlich je 25; oben und unten zwischen den 
entsprechenden Knorpclzapfenlücken je 6 bis 7. 

Die Enden der Kalkstrahlen stehen nicht gerade senkrecht zu den Doppelkegelflächen, sondern 
schräg, manchmal auch stark gekrümmt und gebogen, was auf eine gewisse ursprüngliche Plasticität zurück- 
zuführen ist. Dieser Erscheinung gemäss liefern uns die Querschnitte kein scharfes Bild von der Vertheilung 
der Kalkstrahlen und eine weitere Schwierigkeit besteht darin, dass um die Aussenzone alle auslaufenden 
ltadialstrahlen so mit einander verschmolzen und durch QuerblSttchen unter einander verbunden sind, dass 
man die Primärstrahlen gar nicht mehr unterscheiden kann. Die erste und zweite Spaltung findet gleich 
in der Nähe des centralen Doppelkegels statt, so dass aus eiuem primären Strahl vier neue Strahlen werden, 
welche nun radiär bis zum Aussenrand verlaufen, wo sie sich unmittelbar bevor sie die Randflächen er- 
reichen, noch einmal gabelförmig theilen, was schon von aussen als characteristisches Merkmal zu sehen ist. 
(Vcrgl. Taf. XVIII, Fig. 5). 

Diese reichliche Entwicklung der Strahlen ist nun sehr auffallend, nicht allein deswegen, weil die 
secundärc Verästelung viel stärker ist wie bei allen anderen bis jetzt bekannten Haifischwirbeln, sondern 
auch dadurch, dass gerade bei dieser Gattung eine entschiedene Rückbildung später eingetreten ist. Schon 
im Tertiär 1 sind die Oxyrhinawirbel in Bezug auf die Zahl der Kalkstrahlen so stark reducirt worden, dass 
sie einen ähnlichen Bau wie Carcharodon* besitzen, und obwohl die Primärstrahlen immer noch innig mit 
einander verschmolzen sind, kann man doch constatiren, dass ihre Zahl nur zehn beträgt. Bei recenten 
Oxyrhiuawirbeln ist die secundäre Spaltung ganz verschwunden' und nur zehn dicke Radialstrahlen verlaufen 
geradlinig von der Innenzone bis zum Aussenrand und lassen kaum eine Andeutung von Vertheilung er- 
kennen. Die relative Grösse der Innen- und Aussetizonen bleibt von der Kreide an durchaus constant, 
während in der Grosse der Wirbel selbst, bekanntlich eine bedeutende Verkleinerung eintritt. 

Wenn nun seit der Kreidezeit solche grosse Veränderungen in dem inneren Bau der Wirbel inner- 
halb einer Gattung eingetreten sind, so sollte man bei der Bestimmung isolirter fossiler Wirbel nach 
Abbildungen recentnr, keinen zu grossen Werth auf die Aehnlichkeit zwischen denselben legen. Vor 
allen Dingen müssen wir eine genaue Kenntniss von den Variationen der Wirbel in den verschiedenen 

1 Farn Noitmko, Fauna de* samlaudiseben Tertia«, (Abhandlung zur geol. Specialkarte ton l'reussen, Band VI. 
Heft 3, 188S) S. Ol, Taf. 9. Fig. 5c) 

» IIas*k, Natürliches System der Enwmobranchicr 1879, Taf. 30, Fig 30. 
' llant, ebenda Taf. 3t, Fig. 41, 42. 




Beschreibung eines graten Exemplars von Oxvrhioa Mac («Iii, 



1G5 



Gattungen besitzen, aber ebenso sehr ist zu betonen, dass die Wirbel innerhalb einer Gattung nach Alters- 
stufen und iunerhalb eines und desselben Thieres nach Körperabschnitten variiren. 

Ohne weiter an dieser Stelle hierauf einzugehen will ich nur bemerken, dass der innere Bau von 
Oxyrhina ManteUi viel grössere Aehnlichkeit mit dem recenten Qinglymostoma cirratum 1 als mit den lebenden 
Arten von Oxyrhina selbst aufweist und dass ferner die Verwandtschaft mit den als Otwlus bezeichneten Wirbeln 
so gross ist, dass Oiodus\ dessen Zähne sehr ähnlich sind, jedenfalls keine selbständige Gattung darstellt 

Was zunächst die Grösse der Wirbel bei unserem Exemplar betrifft, so sieht man daran, dass wir 
es mit einem Riesenthier zu thun haben. Wie die Wirbelsäule jetzt zusammengestellt ist, mit ganz dicht 
an einander gefügten Wirbeln, hat sie eine Länge von 5 1 /, Meter. Da aber sämmtliche Wirbel durch Druck 
und Verschiebung durchschnittlich ungefähr um 7« ihrer ursprünglichen Länge reducirt sind, so ist diese 
Zahl um etwa 1 Meter zu klein. Ferner dürfen wir für die fehlenden 30—40 Schwanzwirbel mindestens 
50 cm dazu rechnen und schliesslich für den Kopf vom ersten Wirbel bis zur Schnauze auch noch 50 cm. 
Demnach wäre dann das ganze Thier etwa 7 '/, Meter lang gewesen. 

Wie die Wirbelsäule eigentlich construirt war, lässt sich leicht aus den folgenden Tabellen und 
den graphischen Darstellungen verstehen. Um einen Vergleich zu ermöglichen habe ich die Messungen des 
italienischen Exemplares, welches ein gleich grosses Thier wie das unserige ist, mit angeführt. Es ist aber 
hier zu bemerken, dass bei beiden Fossilen die einzelnen Wirbel durch Druck und zwar theilweise durch 
Schichtendruck, wie Bassani behauptet und wenigstens beim vorliegenden Exemplar auch durch ihr eigenes 
Gewicht gelitten haben, wobei die natürliche ursprüngliche Plasticität die Deformirung begünstigte. 

Da das italienische Fossil nicht aus dem Gestein präparirt wurde, sieht man die Wirbel nicht voll- 
ständig und kann man in Folge dessen aus der deformirten Gestalt die ursprüngliche Form nicht recon- 
struiren. Von der Länge aber haben wir eine sehr genaue Vorstellung, denn die Wirbel verlaufen in ganz 
natürlicher Ijtge dicht hinter einander in einer geraden Linie, von dem Kopf bis etwas über die Mitte des 
Thieres. Es ist nur schade, dass ein grosser Theil der hinteren Wirbel gänzlich fehlt. Auch in der 
vorderen Parthie wurden noch zehn Wirbel bei der Ausgrabung vernichtet*. 



« IIabsb, Ioc cit. Taf. 26, Fig. 24. 

' In der Münchener Sammlung befinden «ich eine grosse Menge von Zahnen au» dein Grunsand (Cenoman) von Kapfel- 
berg und Nenkelheim bei Regeniburg, welche sich theiht als Otodu, appendieu/atu* and theiU alt Oxyrhina itantel/i bestimmen 
lassen, je noch dem Vorhandensein oder Fehlen von Nebeospitten, sonst gibt es gar keinen Unterschied. Aber auch dieser 
Unterschied ist fraglich, denn man findet allerlei Uebergangsformen zwischen den beiden Typen. Bei manchen sind zwei 
Nebenspitxen wohl entwickelt, bei anderen dagegen eine oder beide stark verkümmert, und bei den übrigen fehlen sie ganz- 
lich. Und zwar beobachtet man diese Merkmale nicht an Mittelzahnen allein, Bondern anch an Seiteuzahuen. Man bemerkt 
ferner, dass die zeilliche und, der Hauptsache nach, die räumliche Verbreitung der beiden Arten die gleiche ist. 

Welcher Werth auf das Vorhandensein schwach entwickelter Xebenzacken an isolirten Exemplaren, die nahe an der 
Grenze zweier Gattungen stehen, zu legen ist, ist immerhin eine sehr schwierige Krage in der Morphologie fossiler Selucbier. 
Als Beispiele erinnere ich nnr an lAtmrm acuminata Ao. and an die verschiedenen Meinungen von Acassi«, Dixox, Sacraoa, 
Woooward und Davis darober; an Otodu» apitulalus Ao, und O. subbatati* Kirn.; an /ji»«« tpteiota Nero in. und an Oxg- 
ihina comea Davis Daraus geht nor so viel mit Sicherbelt hervor, das« wahrend die typischen Formen durchgreifend charac- 
teristtsch sind, die Zwischenformen haarig in einander abergehen. 



5 Bah&aki's Abbildungen, Taf. 1, Fig. 1 und 2, sollen in dem Maasstabe 1 : 12 resp. 1 : 3 ge/eiebnet sein. Dieselben 



stimmen aber gar nicht mit den im Text angegebenen Dimensionen, welche für MaasstAbe 1:14 resp. 1:4 sprechen, und 
BHSierdcra sind die Vergrößerungen ungenau ubertragen. Es ist zu bedauern, dass der Verfasser seine Beschreibung dieser 
Wichligen Fossile nicht besser illustrirt hat. 




1G6 



Zar Keonmiss der Gattung Oxyrhin*. 



Bei unserem Fossil haben wir das folgende Verfahren angewendet- Mit Ausnahme der ersten 14 
Wirbel, welche zu Ausstellungszwecken in einem Block mit dem Kopfknorpcl liegen gelassen wurden, hat 
man sämmtliche Wirbel aus dem umschließenden Gestein vollkommen herausgeschält und wieder im reinen 
Zustand in derselben Reihenfolge angeordnet. Von jedem einzelnen Wirbel wurde Länge, Höhe und Breite 
gemessen, wo aber die Wirbel deformirt waren, wurde einfach der grösste Durchmesser als Höhe, der kleinste 
als Breite bezeichnet In Tabelle I. sind diese Resultate für die ersten Wirbel einzeln angegeben, da ge- 
rade bei diesen die Schwankung am grössten ist. Wie gesagt, sind die ersten Wirbelkörper am Anfang 
der Wirbelsäule merkwürdig klein; dem ersten fehlt die vordere intervertebrale Kegelfläche und von Radial- 
strahlen sieht man nichts, da die Innenseite von einer knorpelartigen Verkalkung bedeckt ist. Es wäre zu 
vermutheil, dieser Erscheinung gemäss, dass der erste Wirbelkörper nicht von der Basis des Hinterhaupt- 
theiles getrennt war. Eigenthümlich ist auch die excentrische Durchbohrung für die Chorda. Seine hintere 
Kegelfläche misst 4:5 cm im Durchmesser und passt genau auf die Vorderflächc des zweiten Wirbels. In 
dem letzteren gibt es einen Unterschied von fast 1 cm zwischen den Durchmessern der beiden Kegelflächen; 
die hintere steht von mittlerem Durchmesser zwischen der vorderen und der des nächstfolgenden Wirbcl- 
körpers. Von dem dritten Wirbel an nehmen die Wirbel regelmässig an Grösse zu bis in der Mitte der 
Wirbelsäule, wo sie am grössten sind, hierauf nehmen sie sehr langsam an Grösse ab. 

In Tabelle II. dagegen ist nur die durchschnittliche Grösse von je zehn Wirbeln von vorn nach 
hinten angeführt. Betrachtet man nun die Wirbeldekaden als Einheiten, so haben wir bei unserem 20 und 
bei Bassam 's Exemplar 13 Einheiten mit einander zu vergleichen. 

Die Deformation der einzelnen Wirbel haben wir wohl berücksichtigt und wir haben versucht, den 
vor der Verdrehung bestehenden natürlichen Durchmesser auszurechnen; die betreffenden Resultate findet 
man in Rubrik 5 und in der oberen und unteren Curvc der dazu gehörigen graphischen Darstellung (Taf. XIV, 
Fig. 2). Der Umstand, dass die mittlere Curve, welche durch die arithmetischen Mittel der oberen und 
unteren Curve erzeugt wird, einen sehr regelmässigen Verlauf nimmt, spricht dafür, dass wir die Werthc 
für die Funkte der oberen und unteren Curve möglichst richtig angenommen haben. 

Das Verfahren bei Ermittlung dieser Werthc war das Folgende: Zunächst erschien es bei genauer 
Beobachtung der Formen und unter Berücksichtigung der Art der Druckwirkung kein Fehler zu sein, wenn 
wir die Oberflächen der deformirten Wirbel als Ellipsen betrachteten und demnach ihren Inhalt berechneten. 
Aus diesem Inhalt hätte man direct die Grösse eines Kreises mit gleichem Inhalt berechnen können, in- 
dessen iiiusste doch in Folge mancherlei Störungen uud Verbirgungen angenommen werden, dass die ur- 
sprüngliche Oberfläche grösser war, wie die jetzt sichtbare. Jedoch könnte sie natürlich nicht so gross 
sein als ein Kreis, dessen Durchmesser die jetzige Längsaxe ist, denn man sieht an den Wirbeln selbst, 
dass sie in dieser Richtung durch Druck verlängert sind. Wir haben dann zwei Grenzen, das Maximum 
und Minimum, mit dem gesuchten Werth irgendwo in der Mitte. Wir haben die zwei Kreise ausgerechnet, 
den einen durch Umrechnung der deformirten Wirbeloberuache, den andern direct aus dem grössten Durch- 
messer des Wirbelkörpers uud das arithmetische Mittel genommen. Dies lieferte uns einen mittleren Werth 
für den Oberflächeninhalt und der Durchmesser dieses Mittelkreises gab uns zugleich die gesuchte Höhe 
des Wirbels. Indessen fanden wir es zweckmässiger und für die Rechnung gleichgiltig, statt der Maass- 
zahlen eines einzigen Wirbels für sich, die Durchschnittszahlen von je zehu Wirbeln zu nehmen, was auch 
in Tabelle II. zu bemerken ist. Wie die graphische Darstellung uns lehrt, ist der Verlauf der Mittelcurve, 




Beschreibung eines grossen Exemplars von Oxyrhina Mantelli. 



167 



welcher die berechneten Resultate entsprechen uberall sehr regelmässig und darin glaubeu wir die Be- 
rechtigung der Methode zu finden. Zu unterst auf dem Diagramm ist die Höhe und die Länge aller zehn 
Wirbel dargestellt, und zum Vergleich ist unterhalb derselben eine entsprechende Darstellung des italieni- 
schen Exemplars. 

Tabelle 1. 
Grösse der vordersten Wirbel. 



Wirbel 



Nro. 1 (Vordcrflacbe fehlt) 
2 I Vorderflaehe 

„ 3 . 

* • 

m 6 . 

,. ^ ■ 

,. 8 ■ 

.. 9 . 

„ 10 . 

„ 11 • 

„ ia 

„ 13 • 

„ 1* . 



Lange 



Höhe 



Kreit* 



I Berechnete 



2,0 


4,5 


4,5 


4,5 


2,4 


4,5 


4,5 


} 5,0 


5,4 


5,4 


2,2 


6,0 


6,0 


6,0 


2,2 


c,r, 


6,0 


6,6 


•A,1 


7,9 


4,6 


6,6 


3,3 


3,3 


4,6 


7,0 


3.2 


8,4 


4,6 


7,3 


3,6 


8,4 


4,8 


7,5 


8,8 


8,0 


5,5 


7,7 


3,4 


8,4 


6,8 


7,8 


2,9 


7,8 


6,2 


7,8 


3,3 


8.5 


4,7 


7.8 


3,4 


8,-S 


4,8 


7,8 


3.0 


8,0 


7,2 


7.8 



Ausser den zu diesem Fossil gehörenden Wirbel befinden sich im hiesigen Museum mehrere einzelne 
Wirbclkörper aus dem Grflnsand (Ccnoman) von Kapfclberg bei Kclheim in Bayern, und ein sehr schöner 
Rumpfwirbcl aus dem Senon von Orville, Departement du Pas de Calais in Frankreich, welche auch zu 
Oxyrhina Mantelli gehören. Die Zugehörigkeit isolirtcr Wirbel zu dieser Art wurde schon von Krpss 1 
und Fritbch * auf Grund ihrer häufigen Vergesellschaftung mit den entsprechenden Zähnen vermuthet, was 
durch Bassani's Original bestätigt wurde. Daraufhin stellt Fbitsch ' nun auch die von Reüss und Gkinitz 
eingehend beschriebenen Coproüthen, welche in gleicher Weise vergesellschaftet sind, zu Oxyrhina 
Mantelli \ 



• A. E. Rarsv Vernein, böhm. Kreideformation. 1845-46, S. 9. 

« Anto.h Kwtscb. Reptilien u. Fische der bohm. Kreideform. 1878, S. 17. 

» Akton Funsen. Studien im Gebiete böhm. Kreideforoi. Nro. 4, 1889, S. 64, Fig. 93. 

» Unter dem Namen CoprolUkut Monttlli beschreibt Crm>söi (Zeiuchr. detil. geol. Gesell. Bd. XXII. 1870, S. 24äj 
grosse Haifitch-Coprolithen aas dem Marl-Bed Ton New- Jersey. .1. Htkax (Amer. Jour. Sei. Band X. [2], 1850 , 8. 235) er- 
wähnt das Vorkommen von riesengrosiea Coprolilheo aus dem Mloc&o von Vireinia. In einem grösseren Coprolithen von 
Planen, welchen E. Fimtheb in der Allg. deutsch. Naturh.-Zeitung, 1856, 11. S. 139, Fig. 22, hervorhebt, wurden rwei Zahte 
von Oxyrhina anyMttidm* eingeschlossen gefunden. 



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1G6 



Zur Keuntniss der Gattung Oxyrhioa. 



Tabelle II. 

Durchschnittliche Grösse der Wirbel von zehn zu zehn. 



Decaden 


Wirbel 


Amerikanische« Exemplar 


Italienisches Exemplar 


I. 


II. 


III. 


IV. 


V. 


VI. 


VII. 


— 

IJtoge 


H6be 


Breite 


Area 


Berechnete 
Durch- 
m esaer 


Lange 


Höhe 


j 


Nro. 1 






2,00 


4,50 


4,50 


15,9 


4,5 


1,5 


5,5 


I. 


n 


1 bis 


10 


2,92 


7,14 


5,12 


98,7 


6,6 


4,89 


5,5—12 


U. 


» 


U 




20 


3,53 


8,95 


4,21 


29,6 


7,7 


4,05 


5,5—12 


III. 


n 


21 




30 


3,59 


9,32 


4,91 


36,9 


8,1 


3,94 


12-9,0 


IV. 


i 


31 




40 


3,59 


0,39 


5,20 


38,4 


8,3 


4,08 


12-9,0 


V. 


ff 


41 




50 


3,60 


8.89 


5.21 


36,4 


8,4 


3,63 


9-8,0 


VI. 




51 




60 


3,43 


8,63 


5,90 


40,0 


8,4 


IVO] 


[Fehlen] 


VII. 


i» 


61 


- 


70 


2,87 


8,70 


7,82 


63,8 


6.5 


3,77 


8-10,0 


VIII. 




71 


- 


80 


3,38 


6,20 


8,04 


62,2 


8,4 


4,67 


10-8,6 


IX. 




81 


- 


00 


2,28 


8,39 


7,e8 


.61,9 


8,3 


8,85 


10-8,5 


X. 


n 


31 


- 


100 


2,66 


8,45 


7,41 


49,2 


8,2 


8,56 


8,5—10 


XI. 


n 


101 


- 


110 


2,60 


8,20 


7,01 


45,2 


7,9 


3,35 


8,5-10 


XII. 


" 


111 




120 


2,35 


7,99 


5.80 


86,4 


7,5 


2,84 


8,5-10 


XIII. 


B 


121 


- 


130 


2,04 


7,44 


6,12 


35,8 


7,3 


3,42 


8,6-10 


XIV. 




131 




140 


1,85 


7,03 


6,79 


37,5 


7,0 






XV. 


n 


141 


- 


150 


1,90 


7,04 


6,24 


»4,5 


6,7 






XVI. 




151 




160 


1,82 


6,57 


6,02 


31,1 


6,4 






XVII. 




161 


•• 


170 


1,75 


0,21 


5,92 


28,9 


6,1 






XVIII. 




171 




180 


1,46 


6,76 


5,10 


23,1 


5,6 






XIX. 


s 


161 




190 


1,36 


4,70 


4,50 


16,6 


4,9 






XX. 


•» 


191 




200 


1,61 


4,21 


4,11 


13,6 


4,3 






XXI. 


•i 


201 




205 


1,60 


4,08 


3,56 


U,4 


8,6 







Knorpel. 

Bruchstücke der Knorpelsubstanz kamen überall im Gestein vor, theils ober- und theils unterhalb 
der Wirbelsäule, waren aber in grösseren Massen nur am Kopf erhalten. Seitlich von den ersten Wirbeln 
liegt noch eine grosse Partie derselben, welche die charakteristische sternförmige Structur ausserordentlich 
schön erkennen lässt (vergl. Taf. XVIII, Fig. 7). Der Knorpel ist ziemlich dick (ca. '/» cid) und scheint 
hie und da zusammengefaltet und über einander gelagert zu sein. Aus welcher Gegend des Thicres dies« 
Stück herrührt, lässt sich nicht mit Sicherheit bestimmen. Die zweite grosse Partie war in Verbindung 
mit den Zähnen und bestand aus zwei Schichten, einer oberen mehr verwitterten, welche einen Theil der 
Zahne bedeckte, und einer vollständig frisch erhaltenen Unterlage, worauf sich die Zahne befanden. Auf 
der Unterseite der letzteren waren mehrere Partien, wovon die grösste^ bei 1,5 cm misst, ganz mit fest- 
sitzenden Schuppen bedeckt Dieser Erscheinung gemäss wäre es nicht ein Stück des Gaumens, sondern 
die äussere Haut des Kopfgkelcttcs, 



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Beschreibung eine» grossen Exemplars von Oxyrhina Mantelli. 



1C9 



Behufs des Studiums der Mikrostructur wurde eine grosse Serie von Dünnschliffen angefertigt, 
welche in verschiedenen Richtungen und in verschiedener Dicke gelegt wurden. Das Material lieferte aus- 
gezeichnete Präparate, welche am deutlichsten den inneren Bau zeigten. Von der wohlbekannten verkalkten 
Knorpelstructur bei receuten Haien waren aber gar keine Abweichungen zu erkennen. Daher ist eine ge- 
nauere Beschreibung entbehrlich, und wir fügen bloss ein paar Zeichnungen bei (vergl. Taf. XVIH, Fig. 1, 6, 7). 

Auch das Vorkommen von Knorpelverkalkungen bei fossilen Sclachiern ist schon lang bekannt. Man 
findet getreue Abbildungen desselben in den Werken von Dixos, Agassiz, Getnitz u. A. und Funde des- 
selben sind häufig in der Literatur erwähnt. 



Die Schuppen sind sehr klein, meist unter 0,5 mm gross und stehen sehr dicht, ptiaaterfönnig neben 
einander. Sie sind rundlich gebaut und in der Mitte mehr oder weniger tief eingeschnürt, wodurch sie in 
zwei durch einen Hals („Stiel') deutlich getrennte Theile verfallen, in einen Hauptschuppentheil oder Ober- 
platte, dessen Oberfläche meist glatt und glänzend erscheint und bald rundlich, bald viereckig oder poly- 
gonal ausgebildet ist und in eine gleichfalls glatte, aber weniger glänzende Basis, auf deren Unterseite eine 
oder mehrere Ausmündungen der Pulpahöhlc sich befinden. Manche der kleinen Schuppen zeigen auch 
einige schwache Falten, welche auf der Oberplatte senkrecht zur Medianebene verlaufen und auf den Hals- 
partien verschwinden. 

Ihrer auffallenden Kleinheit wegen wurden die Schuppen zuerst falsch gedeutet Sie kamen während 
des Präparirens hie und da zerstreut im Gestein vor und erinnerten sehr an feinkörnige Concretionen , so 
dass sie anfangs einer genauen Untersuchung entgingen. Da bekanntlich in dem gelben Kalk der Niobrara- 
Schichten die Einwirkung von Eisen und anderen Stoffen in grösserem Maassstab und in sehr schöner 
Weise auftritt, wie z. B. in den bunten Farben am Salomen- Fluss, so wurden diese kleinen Kürner nls eine 
rein anorganische Erscheinung betrachtet. Sie erschien aber immer häufiger, je mehr Knorpel Substanz aus 
dem Gestein blossgelegt wurde, bis endlich ein Stück desselben sich mit glänzender Chagrinhaut bedeckt 
zeigte. Darnach wurde eine sorgfältige Prüfung des Materials vorgenommen, welche eine grosse Masse von 
Schuppen aus verschiedenen Gegenden des Thierkörpers lieferte; sie waren aber am häufigsten in der 
Kopfregion. 

Die Anordnung der Schuppen stimmt, wie die Abbildung Taf. XVIH, Fig. S uns lehrt, genau mit 
derjenigen der recenten Haie Oberein. Sie stehen ganz regelmässig, dicht, an einander gedrängt, in Längs- 
und Querreihen und zwar in der Weise, dass die Schuppen einer Querreihe nicht in einer geraden Linie 
mit denen der unmittelbar vorhergehenden und nächstfolgenden Reihen stehen, sondern dass sie mit der- 
selben in ihrer Stellung alterniren. Würde man man nach der Angabe Heetwio s die einzelnen Querreihen 
beziffern, um ihre Stellung zu bestimmen, so stünden einerseits die Schuppen aller ungerade benannten 
Querreihen (von 1, 8, 5, 7, 9 u. s. w.), sowie anderseits die gerade benannten 
(von % 4, 6, 8, 10 , „ „ ), auf gleichen Längslinien. 

An einigen Stellen stehen die Schuppen so dicht, dass durch Verschiebungswachsthum, Zusammen- 
drängung und dergl. kleine Deformationen und Missbildungen des Hauptschuppcntheils hervorgebracht 

P.l»ro«lo # r.|.l.k». IM. XLI. 22 



Schuppen. 




170 



Zur KenntiuB» der G»«nog Oiyrhina. 



wurden. Die Obcrplatten sind nicht mehr rundlich ausgebildet, wie im normalen Zustand, sondern sie 
nehmen die Form des geringsten Widerstandes, wie z. B. die Zellen einer Bienenwabe an und sind meist 
polygonal, oder auch rautenförmig abgegrenzt. Die grösste Diagonale liegt aber stets in der Richtung der 
Längsaxe des Thieres; ein Beweis also, dass eine stärkere Verschiebung unter den Schuppen in den ein- 
zelnen Querreihen ausgeübt wurde, als zwischen benachbarten Reihen. Die Verschiedenheit in Form sowohl, 
wie die Art der Anordnung sieht man in Taf. XVIII, Fig. 8. Ferner bemerkt man, dass keine der Schuppen- 
oberflächen ganz flach ist, sondern der Stacheltheil im Verhaltniss zur Basis etwas nach hinten aufsteigt 
und über die folgenden Schuppen hervorragt. In Folge dessen fühlt sich die Chagrinhaut, wenn man sie mit 
dem Finger von hinten gegen vorn zu streicht, entschieden rauh an; ziemlich glatt dagegen, wenn dies in 
anderen Richtungen geschieht. 

Was zunächst das Vorhandensein oder Fehlen von Sculptur- Falten auf der Oberfläche betrifft, so 
bemerken wir, dass solche meist nur an den kleineren Schuppen vorkommen, an den grösseren aber fehlen 
und femer, dass die zweierlei Arten von Schuppen getrennt in dem Gestein vorkommen. Daher könnte man 
annehmen, die Falten stellen Jugendformen dar und verschwinden im Verlauf der weiteren Entwicklung, 
oder durch mechanische Einwirkung; wahrscheinlicher aber erscheint mir, dass dieses Merkmal ein mit der 
I^age am Thierkörper zusammenhängender Unterschied zu betrachten ist. Die glatten Schuppen könnten 
•/. B. auf die Bauchseite beschränkt gewesen sein und die mit Falten versehenen auf die Rückseite. 

Die kleineren verzierten Schuppen können nicht Jugendformen sein, sonst kämen sie nicht so 
massenhaft und stets für sich allein vor und überdies würde man Uebergangsformen finden. In Wirklich- 
keit aber sind die Falten wohlentwickclt, oder sie fehlen gänzlich. Spuren von Falten wären doch an 
völlig ausgebildeten Schuppen zu beobachten, falls sie für Jugendstadien characteristisch wären. Sie dürfen 
aber ganz unzweifelhaft als Jugendformen in der Entwicklung von Stacheln, welche für recente Haifisch- 
schuppen so characteristisch sind, betrachtet werden, denn die letzteren sind nichts anderes als eine höhere 
Modificirung desselben Grund prineips. 

Innerer Bau. Zur Kenntniss der inneren Structur sowohl, wie der chemischen Beschaffenheit der 
Schuppen wurde eine grosse Serie von mikroskopischen Präparaten, Dünnschiffen u. s. w. angefertigt; die- 
selben wurden auch im polarisirten Licht beobachtet und mit verschiedeneu Reagentien behandelt. Einige 
der typischen Formen wurden ausgewählt und bei mehrfachen Vergrösserungen gezeichnet (vergl. Taf. XVII, 
Fig. 9). Die Hauptmasse der Schuppen besteht aus beinahe ganz homogenem Dentin, welches durch- 
scheinend hellbraun erscheint und die feinste mikroskopische Structur sehr gut erkennen lässt Seine Ober- 
fläche zeigt sich bei starker Vcrgrösserung feinfaserig. Die Dentingrundmasse enthält in der Mitte eine 
ziemlich grosse Pulpahöhle, von deren Oberfläche mehrere Dentincanäle entspringen und ist an dem Haupt- 
schuppcntheil von einer dünnen Schmelzschicht umhüllt, welche aber gegen die Halspartie allmählich auf- 
hört. Die Entwicklung der Dentincanälchen bietet uns besonderes Interesse, denn sie ist abweichend von 
den recenten Schuppen und stellt eine Mittelform zwischen diesen und den ältesten dar. Von der Pulpa- 
höhle aufsteigend entspringt eine wechselnde, aber meist geringe (6—15) Zahl von Hauptstämraeu, welche 
unter einander gleich gross sind und sich in kleinere Acste theilen. Wenn sie sich an Zahl vermehren, 
so erstrecken sie sich auch über einen Thcil der Seitenwände der Pulpahöhle und die äussersten Canäle 
biegen sich seitwärts und abwärts, dringen aber nicht in die Basis ein; in anderen Fällen entspringen sie 
nur von der oberen Wand der Pulpahöhle. Die Canäle verzweigen sich dichotomisch, aber die Verästelung 




Detchreihnng ehif* proutn Exemplar« von Oxvrhina Mantelli. 



171 



ist nicht so reichlich als bei recenten Haifischschuppen. Die »ich allmählich vermehrenden und stets aus- 
breitenden Aeste setzen ihren Verlauf unter Birgungen und Knickungen gegen die Peripherie zu fort und 
enden in den feinsten Canälchen. Die Enden dieser Canälchen dringen aber nicht ganz bis zur Schmelz- 
grenze vor, sondern lassen einen schmalen Randstreifen frei, was auch bei recenten Haien der Fall ist: 
unter dieseu Streifen scheinen sie netzförmig unter einander zusammenzuhängen. In Folge dieser fort- 
währenden Verästelung wird von je einem grösseren Aste ein ziemlich ausgedehnter Bezirk der Dentinrindc 
in dem Hauptschuppentheil mit feinsten Röhrchen versorgt. Der Basis dagegen scheinen sie in der Kegel 
vollständig zu fehlen. Hie und da kaDn man Spuren von Dentincanälchen entdecken, welche einzeln oder 
paarweise von der unteren Ausdehnung der Pulpahöhlc entspringen und eine schwache Entwicklung auf- 
weisen. Sic hängen mit den anderen Canäleu nicht zusammen, deren Austrittsstellcn höher un der Pulpa- 
höhle sehr deutlich zu erkennen sind und sie scheinen nur ausnahmsweise vorhanden zu sein. 

Die Pulpahöhle ist in den meisten Fällen regelmässig ausgebildet und dabei folgen ihre Wände 
ungefähr den Conturen der Schuppenaussenseitc. Manchmal tritt ausserdem eine grössere Ausbreitung der 
Pulpahöhle in der Basis auf, welche mit seitlichen sowohl wie mit basalen Ausmündungen versehen ist. 
In der Regel aber gibt es nur eine oder zwei Ausmündungen an der Unterseite der Basis. Eine solche 
erscheint als rundes Loch in der Mitte der Schuppenbasis, welche in Taf. XVIII, Fig. 10 abgebildet ist. 
Rings um die Tulpahöhle herum werden manchmal abwechselnd hellere und dunklere Streifungen beobachtet, 
welche auf eine Schichtung der Dentiusubstanz zurückzuführen sind. Abgesehen von diesen, erscheint 
das Dentin vollständig homogen zu sein. 

Der Schmelz bildet eine dünne Rindenschicht um die Oberplatte herum und verschwindet an dessen 
Hals, d. h. er ist nicht an den Parthieen entwickelt, welche innerhalb der Cutis lagen. Der Schmelz ist 
hart, glatt und glänzend, und vollkommen homogen. Im polarisirten Licht zeigt er schwache Doppelbrechung 
und hohe Lichtbrechung. In ihn dringen die Enden der feinen Dentinröhrchen nicht ein, sondern es zeigt 
sich eine scharfe Trennungslinie zwischen Schmelz und Dentin, welche übrigens nicht zackig, wie bei 
recenten Halen erscheint, sondern geradlinig. Von Essigsäure oder verdünnter Salzsäure wird der Schmelz 
ziemlich langsam, die Basis der Schuppen dagegen bedeutend leichter angegriffen. 

Vergleich mit anderen Schuppentypen. Im Vorigen haben wir gesehen, dass diese Schuppen 
in mancher Hinsicht von denen des gewöhnlichen recenten Typus im Bau abweichen. Bei den letzteren 
finden wir schon in den äusseren Merkmalen zwei durchgreifende Unterschiede. Zunächst ist die Gestalt 
durch die Entwicklung von Stacheln geändert und die Basis in eine besonders ausgebildete Basalplatte um- 
gewandelt worden. Im Innern finden wir einen ganz auffallenden Unterschied in der Entwicklung der 
Dentincanäle. Die Zahl der Hauptstämme ist stark reducirt worden, denn es sind selten mehr als fünf: 
und von diesen zeichnet sich einer durch seine Grösse aus, er verläuft constant nach der Spitze der Schuppe 
und versorgt durch zahlreiche Seitenästc fast die ganze Dentin-Masse des Stachels. Die anderen Haupt- 
stämme entspringen von der Seite der Pulpahöhle und sind gleichfalls reich verästelt Der zu unterst aus- 
laufende Canal setzt sich oberhalb der Basis fort und seine Seitenäste dringen auch in dieselbe ein. 
Die feinste Anastomosirung der Dentinröhrchen geschieht hart an der Grenze des Schmelzes, sie dringen 
aber in den Schmelz nicht ein. 

Wenn wir noch Spuren des alten Schuppentypus hie und da in der heutigen Schöpfung zu finden 




172 



Zur Keonloias der Gattung Oxyrbina. 



vermögen, wie z. B. in Mustdus lacvis ', so lehrt es uns, dass diese Form eine höchst persistente ist, denn 
sie trat schon im Silur auf und blieb bis etwa zur Kreidezeit die normale und am weitesten verbreitete. 
Man erkennt ganz dieselbe Schuppenforro bei den Coelolcpiden *, welche aus dem obem Silur stammen, 
an Mieroltpis* aus dem Devon, welche übrigens in ganz derselben Weise angeordnet sind, und wieder an 
Acrodus aus dem Malm \ Betrachten wir den inneren Bau, sowie die äussere Form, so ist es vollkommen 
klar, dass wir es mit einem fortdauernden Entwicklungsgang zu thun haben, welcher zuerst mit der Bildung 
der primitivsten Placoidschuppen beginnt und sich noch in der Gegenwart fortsetzt Es wird sich lohnen, 
etwas weiter auf den eigenthUmtichen Bau des Primitivtypus einzugehen; für die Kenntnis« der mikros- 
kopischen Structur können wir uns in erster Linie auf die sorgfältige, doch veraltete Monographie von 
Pamdf.b stützen. 

Es sind jetzt aus dein sogenannten Ludlow Bonebed — einer Zone, welche trotz ihrer sehr ge- 
ringen Dicke über eine grosse Area im centralen England entwickelt ist — schon 14 Arten von Fischen 
bekannt. Unter diesen bieten uns die isolirten Schuppen, für welche Aoassiz' 1 den Namen Thehdu» par- 
vidnts vorschlug, ein besonderes Interesse. Nach der Meinung Mubchison's Mc Cot s 7 u. A. wären sie 
nichts anderes als Schuppen von Onehus tenuistriatus Ao., deren Flossenstacheln am häufigsten mit ihnen 
vergesellschaftet gefunden werden. Ihre vollkommene ldenditit mit den in dem entsprechenden Horizont 
im baltischen Becken (bezw. auf der Insel Oesel in Zone ,K* des oberen Silurs) vorkommenden Pachylepis- 
Schuppen nachzuweisen, gelang Pakder * und Rohox Demzufolge inuss Pachylepis als die spätere gene- 
rische Bezeichnung beseitigt und Thclodus, wie zuerst Pakdeb vorgeschlagen, in Thekkpü umgewandelt werden. 

Unter der Reihe schöner Abbildungen von Tkclolcpis, welche Pandkb gibt, bemerkt man in Taf. 4, 
Fig. 11, 13 h, k, I, und Taf. 0, Fig. 4, 5, 6 und 8 fast genau dieselbe Form, welche wir schon bei Oxyrhina 
Mantelli kennen gelernt haben. Eine Vcrgleichung des inneren Baues der Schuppen (vergl. Paxdkr Taf. 4, 
Fig. 11 g, 1, m und unsere Taf. XVIII, Fig 10), lehrt uns weiter, dass der allgemeine Typus derselbe ist, 
nur ist er bei den silurischen Arten primitiver. Eine in den meisten Fällen grosse Pulpahöhle ist vorhanden, 
welche ziemlich hoch in die (irandma&se des Dentins hineinragt, und von deren ganzen Fläche die Dentin- 
röhrchen in Masse entspringen. Die letzteren verästeln sich baumartig und reichen bis zur Peripherie, 
woselbst sie in die feinsten Verzweigungen übergehen. Eine Differenzirung der Kanäle ist schon ein- 
getreten, obwohl nicht sehr stark ausgesprochen, indem man Hauptstämme unterscheiden kann, welche 
grösser und reicher verästelt sind als die anderen. In der Regel aber erfolgt die Verzweigung etwas weiter 



' 0. nctTwio. Ueber Bau und Entwicklung der Placoidschuppen und Kahne der Selaehler. (Jena'sche ZelUchrift 
für Natur*. 1874, Bd. VIII. Taf. 12, Fig. 8.) 

' Cr. H. I'amdkb. Monographie der foaailen Fiacbe de* Sil. Syst. 1856. S. 64. 
1 En. Eichwald. Lethaca Roniea, 1»56, Taf. 57, Fig. 12, 13. 

• C. Ha»m. Nat. Syatem der EUamobranchier, 1879, Taf. 24, Fig. 12. 

» L. AoAsaii. Fiahee of the Upper Ludlow Rock (MuRcmsotf a Silur. System, 1839, Part. II.) S. 606, Taf. 4, Fig. 34, 36. 

• R. Mnuauso». Siluria, 1854, Taf. 8S, r ig. 18. 

' Shoowick and Mc Cor. Hritiita Paleeoaoic Rock» and Fossile, 1865, S. 577. - T. Mc Cor. Silurian Fiah Remaina 
(Quar. Jonr. Gcol. Soc. 1863, Bd. IX), S. 14. — II. F. Stsicklakd. Ludlow Bone Bed (Quar. Jour. Geol. Soc. 1853, Bd. IX), S. 9. 

• Ch. H. Pajtoeh. Ioc. dt. S. 67. 

» J. Vic. RonoM. Die obersiluriachen Flache toh Oese). (Men. de l'Acad. Imp. Sei. de St Petersb. 1892 [7], 
Band XXXVIII. Nr. 13, S. 11. (LiteraturveraeichnUs S. 4.) 



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ZuMmmenfauung d«r Art«n von Oxyrhina. 



173 



von der Pulpahöhle entfernt als bei Schuppen jüngerer Arten und ist überhaupt nicht so reichlich. Eine 
Schmelzschicht fehlt merkwürdiger Weise vollkommen; die Oberfläche ist lebhaft glänzend, bald ganz glatt, 
bald mit kleineren oder grösseren Streifen verziert, welche aber au dem Hals verschwinden. 

Fassen wir diese allmähliche Umwandlung zusammen, so sehen wir vor allem, dass diese einfache 
Form von Placoidschuppen sehr constant geblieben ist, dass die Bildung von Dentinröhrchen eine langsame 
Modifixirung erfahren hat, indem die Hauptstämme reicher verästelt und in Zahl stark reduzirt worden sind; 
dass die Entwicklung von Schmelz eine spätere Erscheinung ist, denn er tritt erst im Jura (bei Acrodus 
u. A.) auf; und dass die Bildungen von Stacheln an dem oberen Schuppcntheile und die einer breiteren 
Basalplatte an dem unteren Theile. der neuen Zeit angehören. 



1843. Oxyrhina mbinßala L. Aoa«mx. l'oisa. Fom. Bd. III, S. 284, Taf. 37, Fig. 6, 7. 
1852. — — V. Gkhtais. Zool. et Paleont. Fran$. Taf. 76, Fig. 1. 

1872. - - D. E. SABtiOf. Biblloth. foole Haute« F.ludet. Bd. V, Nr. 9, S. 93, Fig. 30—88. 

Mittelgrosse, kräftige Zähne, deren Gestalt mit der von 0. Desorü eine grosse Aehnlichkeit be- 
sitzt. Die Form ist insbesondere dadurch characterisirt , dass die Krone beiderseits convex ist, die Innen- 
seite am stärksten. Die Ränder derselben sind schneidend und von der Basis gegen die Spitze zu regel- 
mässig zurückgebogen. Runzeln treten öfters an der ziemlich dicken Basis der Krone auf. 

Vorkommen: Albien: Perte du Rhöne, Frankreich. Ccnoman: Sarthe, Frankreich; Kemertingen, 
Württemberg. Die Originalstücke zu Agassis befinden sich im Museum zu Prag. 



Mittelgrosse, sehr kräftige, jedoch schlanke Zähne. Bei den Frontalzähnen ist die Krone ver- 
hältni8smässig schmal, während die Wurzel stark entwickelt und tief gegabelt ist, und die Aestc derselben 
einen sehr spitzen Winkel mit einander bilden. 

Vorkommen: Albien: Schweiz, Frankreich, England. Es gibt Exemplare im Pariser, Britischen 
und Münchener Museum. Die letzteren stammen aus dem Albien (Vraconien) von St. Croix und von 
Perte-du-Rhone, Frankreich. 



Zusammenfassung der Arten von Oxyrhina. 



1. Oxyrhina subinflata Aoashiz. 





Zur Kenntnis; Jer Gattung Oxyrhioa. 



3. Oxyrhina Mantelli Aoasbiz. 

1142. Utottoptlrae. (Botnion i. Traile des Petriliealions. Taf. 5«, Fig 389, 393. 

1799. — Facja* i.e Saiht-F-nd. Hillloire naturelle de la Montagne de Saint Pierre de Maestrkht. S. 82. 

Taf. 18, Fig. 3. (?) 

1832. Sqvaltu tygacu«? G. A. Slrniu. The Fossils of South Downs. S. 827, Taf. 32, Fig. 4, 7, 8, 10, 11, 26, 

1826. Cotloptychium acanle. Auo. GoLuri«. Pctrefaeta Germaniao. Bd. I, S. 220, Taf. 65, Fig. 12 a, b, e, d, (Wirbell. 

1827. Squalnt aca»l*. S. Nimkon. IVtrefacta Suecaua. S. 2 u. 3, Taf. 10, Fig. 1 a, b, e, (? c, d). 

1832. — — Antoijsk Parsit. Deicriplion du departement de la Seine Inferieure. Atlas S. 9, Taf. 15, Fig. 7. 
1837. — — W. HinNflKR. Lethaea Suecica. Taf. C, Fig. 5 a— h. 

1839. Oryrhinn (ManMIi). H. B. Gkimtz. Characteristik der Schichten und Petrefacten des sachsischen Kreide- 
gebirges. S. 12, Taf. I, Fig. 4 a. Ii, c, d, e. 

1839. Lamna Mantelli. G. A. Manteu.. Woaderi of Geology. S. 328, -12«, Tat 58, Fig 2. 

1843. Oxyrhina Mantelli. L. Auaas«. Recherche« sur los poissons fossile«. Tome III. S. 280, Taf. 33, Fig. 1-5, 

7-9 inon 0). 

1843. Lamna aeuminata. L. Acavsiz. Tom. cit. S. 292, Taf. 37 a, Fig. ? 56, 57. 

1M5. Oxyrhina Uanttlli. A. E. Kkcs». Die Versteinerungen der böhmischen Kreideformation. S. 5, Taf. :t, 

Fig. 1, 3, 5, 6 <? Fig. 2, 4). 

1845. _ _ K. J. Pjctbt. Traito de Palcontologie. Bd. II, S. 276, Taf. 12, Fig. 8. 

1846. — — H. B. Grjsitz. Grundnss der Versteinerungskunde. S. 173, Taf. 7, Fig. 13, 14. 
1846. Lamna contubica. F. A. Schmidt. Petrerarten-Buch. S. 167. T»r. 57. Hg. 4. 

1848. Oxyrhina Uanttlli. C. G. Gleina. FailliA der Vorwelt. S. 357. 

1849. — — Alois Alth. Geognostisch-palaeoutologische Beschreibung der Umgebung von Lemberg. 

(W. Haivinohi's naturvf. Abhandlungen. Bd. III, Abth. II). S. 193, Taf. 10, Fig. 1. 
1849. — II. B. Gbixitz. Das Quadersandsteingcbirgc oder Kreidegebirge in Deutschland. S. 94. 

1849. — R. W. Gisnin. Monograph Fossil Sqiialidae of the ü. S. (Journal Academy Natural 

Sciences of Philadelphia, (2) Bd. I. S. 202. Taf. 27. Fig. 158. (7) 
1860. — — F. Dixnx. Geolog) and Fossils of the Tertiary and Cretaceoua Formations of Sussex. 

Taf. 30, Fig. 24.' 

1860. Lamna acuminata. F. Duos. Op eil. Taf. 30, Fig. 2«, Taf. 31, Fig. 8, 18. 

1851. Oxyrhina Mantelli. H. G. Brök*. Lethaea Geognottica, Bd. V, S. 364, Taf. 33 ', Fig. 20 a b, Taf. 27, Fig. 24. 

1852. - — CG. Gibbbu Deutschlands Petrefacten. S. 659. 

1862. — PAtrr. Gbbvais. Zoologie et Paläontologie Francaise, Atlas. 8. 524, Taf. 76, Fig. 8, 20. 

1852. — — Rod. Kxbb. Neue Beitrage zur Kenntniss der Kreideverstednerungen von Ost-Galüien 

(Denkschriften, Acad. d. Wi*s. Wien, Bd. III). S. 296, Taf. 15, Fig. 3. 

1852. — — Febd. RoKMtn Die Kreidebildung von Texas. S. 'J9, Taf. 1, Fig. 0 a, b. 

1853. — — Kdw. v. KicnwAt.p. Palaeontotogigche Bemerkungen Ober den Eisensand von Kursk. 

XXVI, I, S. 223. 

1864. - - Jnnx Morris. Caulogue of British Fossils S. 331. 

1855. - — C. G. Gunst. Odontographie. S 116. 

1856. - C. E. Fisch ra. Allgemeine deutsche naturhist. ZeiUch. Dresden, N. F. Bd. II, S. 141, 

PI. II, Fig. 43. 

1860. Lamna pttricoritntit. B. Cooüakd. Description physique, geologi«iue etc. du departement de la Charente 

Bd. III, S. 167. 

1867. Oxyrhina Mantelli (tubinftata). H. E. Salvaok. Cat. Poissons Form. Second. Boulonnais (Mom. Soc. Acad. 

Boulogne vol. lt. S. 71, Taf. 3, Fig. 16.) 
1870. — F. Roembb. Geologie von Obrochlesicn. S. 323, Taf. 36, Fig. 3-5. 

1692. - II. B. Gnrnrz. Das Elbthalgebirge in Sachsen (Palaeontographic* Bd. XX, Abth. 1. 

S. 293, Abth. II, S. 207, Taf. 38, Fig. 1-21. Wirbel und Knorpel, Taf. 39). 
1872. — — II. E. Savtaoi. Kecherche* sur les poissons fossiles du terrain cretace de la üarthe 

(Bibl. de l'Ecole de« Ilautes tftude*. Tome V. S. 21, Taf. 1. Fig. 38, 34, 35). 
1872. Otodu* oxyrhinoide». II. E. Sacvaor. Uc. cit. S. 24, Taf. 1, Fig. 39-41, Taf. 2, Flg. 64—56. 



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Zusammenfassung der Arten vnn Oxyrhina. 



175 



1873. Oxyrhina txtmta. J. LtiDT. Contributions to Eutin« Verlebrate Fauna Western Territories (Beport U. 6. 

Geol. Surv. T«rr. vol. I, part. I. S. 302, Taf. 18, Fig. 21 — 25). 

1874. Oxyrhina Manlelli. St. Zmcczuino. 0 srednien ogoiwie warst» cenomantkicli w Galicyi wschodniej, 

(Sprawozodanie Komiayi Fizyjograficznej, Bd. VHI. S. 126). 

1875. Oxyrhina txKnia. E D. Com Vertebrata of thc Cretaceons Formationa of the Wert (Report ü. 8. Geol. 

Survey Territ. vol. II). S. 296. 
1877. Oxyrhina Mantelli. H. Law«v. Keati di un Oxyrhina rinvenuta alle caae blanche (Atti della Societa Toa- 

cana di Scienza Naturali. Vol. III) S. 339. 

1877. R. Lawlbv. Confronto di denti Fossili con la dentitioue dell' Oxyrhina SpaUantani, 

Bosaiv loc. cit. S. 343. 

1878. — — G. liEBRZKs. Ueber die Kreideablagerung auf der Iniel Wollin (Zeitschrift der deutschen 

geol. Gesellschaft. Bd. XXX). S. 261. 
1878. - Akt. Fitmcai. Die Reptilien und Fische der böhmischen Kreideformatioo. S. 7, 

HoUschnitt Fig. 12. 

1878. — — St. ZAJurawMO. I/)c. cit Bd. Xll, S. 203. 

1879. — — J. Probst. Beiträge zur Kenotniss der fossilen Fische aus der Molasse von Baltringen 

(Jabreshefte d. Ver. f. vatcrl. Naturkunde in Wfirtt) S. 128. 
18*5. - - F. A. QUB.STBDT. Handbuch der IVtrefactenkunde. S. 270, Taf. 20, Fig. 87 a, b, 

(non Flg. 38). 

1888. — — A. S. Woodwabd. Synopsis VertHirate Fossils of the English Chalk (Proeeedings 

Geologkal Association. Vol X). S. 291. 

1889. - — Fb. Ba*Mam. Colonn* Vertebrale dt Oxyrhina Manttlli. Ag. (Meraorie Societa Italian* 

Scien/e. Bd. VII, Serie III). S. I, Taf. 1-3. 
1889. — — Akt. Futsch. Studien im Gebiete der bohm. Kreideformation. II. Liefrg., S. 96, 

Fig. 32; III. Liefrg, S. 87; IV. Liefrg., b. 61, Fig. 22. 

1889. — — A S. Woodwakü. Catalogue Fossil Fishes in British Museum. Part, 1, S. 376, Taf. 17, 

Fig. 9—21. 

1890. — - J. W. Davis. Fossil Fish. Cret. Form. Scandinavia (Sei. Trans. Roy. Dublin Soc Bd. IV [2]). 

S. 391, Taf. 39, Fig. 1-7, 14, 14 a; Taf. 40, Fig. ?3S; Taf. 42, Fig. 1, 2 ? 13. 
1890. — A. S. Woodwabd und C. D. Shemobn. Catalogue of British Fossil Vertebrata. S. 186. 

1892. - - Fr Katzer. Geologie von Böhmen. Fig 808, 889. 

1893. Oxyrhina-KtUn in Englaud. A. S. Woodwar». Notes on the Shark's Teelh front British Creataceous 

Formations (Proceed. Geologiat's Association. Vol. XIII, part 6, S. 190). 

Mittclgrctsse. ziemlich kräftig gebaute, dreieckige Zähne, deren Krone an der Aussenseite nahezu 
flach und häufig mit einer oder mehreren verticalen Kunzein versehen ist, an der Innenseite dagegen leicht 
convex und glatt erscheint; die Wurzel ist lang, dick, niedrig, wenig tief gegabelt, gewöhnlich an den 
Enden abgestumpft, und beiderseits mehr oder weniger abgeplattet Frontalzähne kräftig, mit hohen drei- 
eckigen Kronen und dicken, in seitlicher Richtung comprimirten Wurzeln versehen; die Krone ist im Ober- 
kiefer gerade, im Unterkiefer leicht zurückgebogen; die Wurzel ist im Unterkiefer tiefer gegabelt und roehr 
comprimirt als im Oberkiefer; I^ateralzähne beiderseits an der Basis sehr ausgebreitet, dabei ist die Wurzel 
lang und wenig tief gegabelt. Im Oberkiefer steht die Krone etwas schiefer nach hinten gerichtet als im 
Unterkiefer. Bei den hintersten oder Mundwinkel-Zähnen ist die Wurzel ausserordentlich lang im Ver- 
haltuiss zu der reducirten Höhe der Krone und ist kaum in der Mitte gegabelt. Die unmittelbar unter* 
halb des Palatobasalfortsatzes stehenden Zähne sind bedeutend kleiner und stärker gebogen, als die benach- 
barten. Symphysenzähne vorhanden. 

Vorkommen: Cenoman und Turon: Südost-England, Nordfrankreich, Deutschland, Böhmen, Gali- 
zien, Russland, Schweden, Kleinasien, Nordamerika (Niobrara- Schichten). Senon: Schweden, Dänemark, Ir- 



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17G 



Zur Kenntnis« der Gattung Oxyrhina. 



land, Südost-England , Nordfrankreich, Norditalien (Scaglia), Lybische Wüste, Neu- Jersey, Alabama, Texas. 
Danien: Schweden und Dänemark. (Vielleicht auch in Neu-Seeland. — Vergl. A. S. Woodward, Gcol. 
Mag. 1886, vol. III. S. 216, und J. W. Davis, Sei. Trans. Roy. Dub. Soc. 1890, vol. IV. [2], S. 393.) 

In dem Münchner Museum befindet sich eine grosse Menge von Zähnen dieser Art, und zwar aus 
dem Grünsand von Kapfeiberg bei Kelheim und von Westphalen, aus dem oberen und unteren Pläner von 
Dresden, aus dem Ccnoman von Jerusalem, von Quedlinburg, von Lüneburg und von Pourrain, aus dem 
Turon von Kystra und von Logan County, Kansas, und aus dem Senon von England und der Lybischen 
Wüste. Fünf der Originalstücke zu Agasriz (loc. cit. Taf. 33, Fig. 2, 4, 7— 9) sind im britischen Museum 
aufbewahrt und eins (Taf. 33, Fig. 5) im Strassburger Museum. 

4. Oxyrhina Zippei Aoassiz. 

1843. Oxyrhina Zippei. L. Aoasmz. Poiss. Ko»b. Bd III, 8. 284, Taf. 36, Fig. 49-52 (noo Fig. 48). 
1850. _ — 0. G Costa'. PalaeonL Regoo Napoli. Abth. I, S. 121, Taf. 9, Fig. 8, 19. 
1890. - 3. W. Davu. Sei. Tran«. Roy. Dnblin Soc. Bd. IV [2] 8. 395, Taf. 40, Fig. 1-7. 

Kleine bis mittelgrosse, schlanke, lanzettförmige Zähne, meist gerade oder nur mit der Spitze leicht 
nach aussen gezogen. Aussenscite nahezu eben, bald mit, bald ohne eine mittlere Einsenkung an der Basis. 
Innenseite regelmässig convex; Ränder dünn und scharf ; Emailgrenze gerade. Die Krone der Vorderzähne 
bildet ein spitzwinkliges, gleichschenkliges Dreieck. Bei den Seitenzähnen ist sie niedriger, schärfer zu- 
gespitzt und an der Basis länger als bei den vorderen. Wurzel kurz, wenig dick, schwach eingeschnitten. 

Vorkommen: Cenoman: Regensburg. Unteres Senon: Oppmanna, Oretorp, Schweden. Die Ori- 
ginalstücke zu AoAB8iz sind im Museum zu Prag. 

5. Oxyrhina angu Südens Rauns. 

1845. Oxyrhina anyuetiden*. A. E Rwss. Ycrstein. bohm. Kreideform. Abth. 1, S. 6, Taf. 3, Fig. 7—15. 

1845. - aeuminaU,. A. E Rrow. op. cit S. 7, Taf. 3, Fig. 17-19, Taf. 7, Fig. 20. 

1845. — htteromorptu,. A. E. Raus«, op. cit. S. 7, Taf. 3, Fig. 14-16. 

1846. Scoliodon priscu». A. E. Karras, op. cit. Abth. II, S. 100, Taf. 24, Fig. 23, 24, Taf. 42, Fig. 10-12. 
1850. Oxyrhina ongvrtuUn». A. Alto. Haidisomi'» nalurw. Abb. Bd. III, Abth. II, S. 194, Taf. 10, Fig. % 3. 
1860. — uettminata. A. Alts. Kbenda, Taf. 10, Fig. 4, 5. 

1856. — angurtete™. C. E. Fwchek. Allgem. deutsche Naturh. Zeit. X. F. Bd. n, 8. 141, Taf. 2, Fig. 44, 4«. 

1866. — heterontorpha. C. E Fiscma. tom. eit 8. 142, Taf. 2, Fig. 46-49. 

1876. - anyudidtn,. H. B. Gawiw. Pala e ontograpbica Bd. XX, Abth. 1, S. 293, Taf. 65, Fig. 1-3, 

Abth. II, 8. 207, Taf. 3ä, Fig. 22-28. 

1878. — — Amt. Fmwch. Rept. u. Fische d. böhm. Kreideform. S. 8, Holaschnitt Nr. 13. 

1889. — anguttidens. Km. Fritsch. Studien im Gebiete b6bm. Kreidefortn. (Archiv naturw. Landesdnrch- 
forschung BohnttDS Bd. VII. Nr. 2), S. 64. 

Unter diesem Namen wird eine Reihe kleiner Zähne von verschiedener Gestalt zusammengefaßt, 
welche aber den gemeinsamen Character aufweisen, dass die Krone sehr schlank und meist unter 1 cm 
hoch ist Wurzel bei den Frontalzähnen sehr tief, bei den Lateralzihnen nur massig gegabelt. Krone 
öfters mit vertiealen Runzeln versehen. 



• Ei ist doch aehr zweifelhaft ob diese tertiären Zahne hierher gehören. 



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Zusammenfassung der Arten tob Oxvrbini. 



177 



Vorkommen: Cenoman und Turon: Sachsen, Böhmen, England. Senon: Kngland. Die Zahne 
dieser Art, welche sich im Münchener Museum befindet), stammen aus den Korycaner Schichten von Bilin, aus 
dem unteren Tlftner von Dresden und von Teplita, und aus dem mittleren Pläner von Salzgitter. 

6. Oxyrbina Ronilleri Kiprijasoff. 

1854. OxyrMna Rotulleri. V. Kjp»UA»orr. Bull. Soc. Irop. Nat. Moscou 1854, Abth. II, S. 391, Taf. 3, Fig. 22-26. 

Mittelgrosse, jedoch kräftige, lanzenförraige Zähne, deren Krone an der Innenseite stark convex, 
an der Aussenseite leicht, aber fast gleichförmig angeschwollen ist von der dicken Basis bis zur Spitze. 
Die Ränder sind scharf und verlaufen, von der Seite gesehen, in eine krumme Linie, denn die Spitze ist 
leicht nach aussen gebogen. 

Vorkommen: Cenoman: Gouvernement von Kursk, Russland. 

7. Oxyrbina subbasalis Kiphijaxokf. 
1854. OtoduM tubbasalü. V. KirRmxorr. Bull. Soc. Imp. Xat. Moscoa. 1854, Ablh. II, S. 390, Taf. 8, Fig. 11-21. 

Mittelgrosse, schlanke Zähne, welche eine Gesammthöhe von etwa 3,5 cm erreichen können. Krone 
beiderseits glatt, oder gelegentlich mit einigen verticalen Runzeln auf der Aussenseite versehen. Die Ränder 
sind scharf und geradlinig, wodurch die Form sich hauptsächlich von 0. subin/lata unterscheidet. Wurzel 
kurz, tief gegabelt und an der Innenseite erhaben. Die Frontalzähne sind schlank und spitzig, die Lateral- 
zähne stark coniprimirt, jedoch verhältnissmässig kurz. Nebenzacken manchmal schwach angedeutet. 

Vorkommen: Cenoman: Gouvernements von Kursk und Saratov, Russland. 

8. Oxyrbina crassidens Dixon. 

1848. Oxyrhina SfanttUi. L. Agasuz, (error»), Poias. Fom. Bd. III, Taf. 33, Fig. 6. 

1850. — erastidim. F. Dixo». Geol. and Fowilt of Susaex. S. 367, Taf. 31, Fig. 18. 

Sehr kräftige, grosse Zähne, welche eine Gesammthöhe von 6 cm erreichen können und deren Krone 
sich gegen die Basis zu weit ausbreitet und daselbst an den Randern meist grob gezackt ist. Aussenseite 
der Krone unregelm&ssig convex und mit einigen verticalen Runzeln versehen. Innenseite derselben sehr 
convex und glatt oder mit feinen Runzeln an der Basis. 

Vorkommen: Senon: Sussex, England. — Die Originalstücke zu Agassjz und Dixon befinden sich 
im britischen Museum. 

9. Oxyrbina tri angularis Eokbton. 

1845. Oxyrkina triangulär*. P. E«;e»tow. On Tondichcrry Fiihe*. (Quar. Jour. Geol. Soc. Bd. I). S. 16», Holiachnltt. 

Sehr kleine, dreieckige, cotnpriuiirte , meißt unvollständige Zähne. Aussenseite flach, Innenseitc 
schwach gewölbt Ijinge der Krone ebenso gross als die Höhe. 
Vorkommen: Cenoman: Pondicherry, Madras, Indien. 

Priwomogr.pl. k». IUI- xli. 23 



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]78 2ur Kenntniss der Gattung Oxyrhina. 



10. Oxyrhina Lundgreni Davis. 

189«. Oxyrhina Lundgreni. J. W. Dato. Sei. Trans. Koy Dublin Soc. [2]. Bd. IV, S. 393, Taf. 39, Fig. 8-13. 

Eine ausgeprägt schlanke, spitze Form, welche eine beträchtliche Grösse erreichen kann (bis zu 
5 cm hoch) und welche durch eine beiderseits massig gewölbte Krone und eine wenig tief gegabelte, aber 
mit sehr langen , weit auseinander stehenden Aesten versehene Wurzel ausgezeichnet ist Vorderzähne 
ziemlich gerade, mehr oder weniger stark zurückgebogen, scliarf zugespitzt Ränder dQnn und schneidend; 
Aussenseite weniger gewölbt als die Innenseite. Verticalc Runzeln pflegen namentlich auf der Externseite 
vorhanden zu sein, sind an der Basis häufig und wohlentwickelt, verschwinden aber gegen die Spitze zu. 
Lateralzähne kürzer, aber fast ebenso spitzig als die Frontalzihnc ; durchschnittliches Verhältniss 3 cm in 
Höhe, 1,7 cm in Länge an der Basis der Krone. Beiderseits fast gleichtnässig convex; Spitze manchmal 
seitlich gedreht; Runzeln nicht so stark entwickelt als bei den Frontalzähnen. Die Wurzel ist viel länger 
als die Krone und an der Internseite in der Mitte ausserordentlich erhaben. 

Vorkommen: Senon und Danicn, in Zonen 1 und 2: Schweden und Dänemark. Davis bildet 
Exemplare ab, welche den Museen zu Stockholm und Kopenhagen und der Universität zu Lund angehören. 

? Oxyrhina conica Davis. 

Oxyrhina conica. J. W. Dat.*. Sei. Trau». Roj. Soc. Dublin [2]. Bd. IV, S. 397, Taf. 40, Fig. 8-10. 

Höchst wahrscheinlich nur abgebrochene Kronen von Otodus sulcatta Gbisitz, deren Seitenzacken 
öfters recht tief an der Wurzel entspringen. 

Vorkommen: Senon: Oratorp, Schweden. Es sind Exemplare im Riksmuseum in Stockholm vorhanden. 

11. Oxyrhina hastalis Aoassus. 



1708. Olotaopttrae. C. N. \,t»a%. Historie lapidum ngiiratorum Helveti&e. S. 49, Taf. 10, Fig. I, 8, 4. 

1719. — Parnt WoLr*BTH. Oistoria naturalis Lapidum Ha&siM inferioria. S. 4f>, Taf. 21, Fig. 7, 13, 19. 

1752. - Act», Scilla. De Corporibai Marin». Taf. 8, Fig. 2—9 (z. Tb.). 

1769. — Job. E. I. Wawh. Daa Steinreich. S. 98, Taf. 1, Fig. 1. 

1784. Squulii. Kb. X. Bdbtm. Orjetographie de Bruaellea. S. 83, Taf. 1, Fig. K. 

1811. — Jas. Par*w*ok. Organlc Bemaiaa S. 256, Taf. 19, Fig. 2, 9. 

1835. — Ed. HiTcaooca. Geol. Massachusetts. Taf. 13, Fig. 37. 

1843. Otodut apieulalu*. L. A«as*is. Pols». Foes. Bd. III, S. 275, Taf. 82, Fig. 32—35. 

1643. Oxyrhina htutalü. L Aoas«hz. tom. cit. Bd. 111, S, 277, Taf. 34 (mit Ausnahme tob Fig. 1, 2, ? 14). 

1843. — xiphodon. U Aoassiz. tom. cit. S. 278, Taf. 33, Fig. 11—17. 

1843. ~ tngonodon. L. Aoasstz. tom. dt, 8. 279, Taf. 37, Fig. 17—18. 

1843. — pUcatilt». L. Aoassiz. tom. cit. S. 279, Taf. 37, Fig. 14, 16. 

1843. — quadran». L. Agassi*, tom. cit, S. 281, Taf. 37, Fig. 1, 2. 

1843. - rttrofitxa. L. AoAaau. ton. dt. S. 881, Taf. 33, Fig. 10. 

1849. - htatalU. E. Sn«oiet>A. Mem. R. Acad. Sd. Torioo [2], Bd. 10, 8. 40, Taf. 1, Fig. 41-47. 

1849. — jMfaliU». E. Sishokda. tom. cit. S. 42, Taf. 1, Fig. 48-60. 

1849. — xiphodon. E. Swxowpa. tom. dt. S. 42, Taf. 1, Fig, 51, 52. 

1849. — iiottlica. E. Sumoxda. tom. cit. S. 48, Taf. 2, Fig. 1—6. 

1849. — hattaJü. R. W. Giaw». Mon. Foiail Squalldao ü. S. (Jour. Acad. Nat. S«. Pbilad. [2], Bd. 1). 
S. 201, Taf. 28, Fig. 148-152. 



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der Arten von Oxyrhiua. 179 



1649. OzyihiH» riphodon. R. \V. Gibbes. tom. dt. S. 201, Taf. 27, Fi«. 153, 154. 
1949. — plicatilis. R. W. Gibre*. tom. cit. S. 202, Taf. 27, Fig. IM— 157. 

1849. Otodut apiculatu: R. W. Giuues tom. cit. S. 200, Taf. 26, Fig. 147. 

1850. Uxyrhiua Itptodo». O. Ü. Com*. Palaeont. Regno Napoli. Abth. I, S. 121, Taf. 9, Fig. 11. 
18B0. - xipliodoH. O. G. Com*, ibid. S 122, Taf. 9, Fig. 9. 

1850. - hastali*. O. G. Cost* ibid. S. 123, Taf. l>, Fig. 10, 12. 

1851. — - J. L. Nnt:<iE*oia#. Archiv. Vereins für siebenburg. Landeskunde. Bd. IV, S. 160, Taf. 3, 

Fig. 11—2«, 31—40 einschliesslich der als <>. xiphodon, quadrant, lepiodon, Zippri, 
Htxktliana, ffaucri und lata bezeichneten Zahne. 

1852. — — P. Gkbvaib. Zool. et. Palaeont. Kran?. Taf. 75, Fig. 1, 7. 
, 1862. — xiphodon. V. Gervais, op. cit. Taf. 75, Fig. 8. 

1862. - plicata*. V. Gkrvai». op cit. Taf. 75, Fig. 9. 

1854 - 56. - — 0. G. Csta. Palaeont. Regno Napoli. Abth. II, 8 78, Taf. 6, Fig. 5. 

1854-5'). - Duorii. O. G. GW* ibid. S. 79, Taf. 6, Fig. 7, Taf 7, Fig. 1, 2, 3. 
1854-60. — ha»t«li». C. G. Costa. ibid. Taf. «, Fig. ti, 9, 10, 14, Taf. 7, Fig. 7. 
1854 - 58. — xipltodon a. leptodun. C G. Costa, ibid. Taf. 7, Fig. 5, 6. 

1867. — liattali». 0. G. Gbkxeolako. Atti. Accad. Gioenia Sei. Nat. (2). BJ. XIII, S. 812, Taf. 6 a, Fig. 5 a. 
1857. — xipltodon. G. G. Gimmellabu. tom. cit. S. 818, Taf. 6s, Fig. 6a-8a. 
1867. — leplodon. G. G, Gekmsixaro. tom. cit S, 314, Taf. 6a, Fig. 9a, IIa. 

1863. — ManttOi. K. E. ScHAfBABTL. Südbayerns Leth. Geog. S. 243. 
1867. - Irigonodon. F. Mc. Coy. Ann. Mag. Nat. Hist. [3]. Bd. XX, S. 192. 

1871. - - u. plicata*,. H. lc Hos. Prelün. Mem. Poisa. Tert. Belg. S. 6. 

1875. — xiphodon. II. E. Sactaos. Boll. Soc. Geol. France 13]. Bd. III, 8. 633. 

1875. — ha$Utlit. H. E. Savvaok. tom. cit. S. 633. 

1876. — — Rob. Lawi.ky. Nnovi Studi Peaei etc. Colline Tose 8. 27, 28, 31. J 

1877. — Aaa*tizii. Ron. Lawlky. Atti. Soc. Tose. Bd. III, S. 337. 

1877. — hogtalit. K Miu-sn. Molassenmeer Bodenseegegend. 8. 65, Taf. 3, Fig. 73. 
1877. — — A. I.ocar». Faune Terr. Tert. Moy. Corse. S. 2. 
187». - J. Probst. Jahrosh. Worttemb. Bd. XXXV, 8. 129, Taf. 2, Fig. 1-6. 

1*79. — xiphodon. 3. PaoiM-. tom. cit. ä. 132, Taf. 2, Fig. 14-19. 

1881. — AgMizii. R. Lawi.it. Slodi Comp. Peaci. foss. S. 93, Taf. 5—9. 

1882. — xiphodon. H. E Saovaok. Mem. Soc. Sei. Nat. Saöne et Loire. Bd. 4. S. 46. 
1882. — hattalii. D. E. SavtaOb. tom. cit 8. 47. 

1886. — Againxii. A. Ueau Caulogo foss, d. Pietra di Finale (öolletino del R Com. Geol. lul. Bd. 17). 

S. 29, Taf 1, Fig. 1, 2, 5-11. 
1888. — aenminata. J.W.Davis. Trans. Roy. Dub. Soc. [2]. Bd. 4, S. 29, PI. 5, Fig. 21? 
1890. — hartalu. F. Schsodt. Zeitschr. deutsch, geol. Gesell. Bd. XLH, S. 388, Taf. 22, Fig. 10. 

Zähne von meist stattlicher Grösse mit langen, dünnen, meist abgeplatteten Kronen, deren Aussen- 
scite flach odcr'concav und mit kurzeu, schwach gegabelten, meist abgestumpften Wurzeln versehen ist. 
Frontalzähne gross, dreieckig und verhältnissmassig lang; mit der Krone nur an der Spitze leicht nach 
aussen gezogen. Lateralzähne auch mit der Spitze nach aussen gebogen und mit den Seitenrändern all- 
mählich von der Spitze gegen die Basis zu gekrümmt. Die kleineren, gegen die Mundwinkel stehenden 
Zähne sind täuschend ähnlich mit denen von 0. Drsorii und 0. gomphodon. Diese Art erscheint erst im 
Eocan und ist überall im Tertiär verbreitet Sie erreicht den Höhepunkt ihrer Entwicklung im Miocän, 
setzt sich während des Pliocäns fort und stirbt nur in der letzten Zeit aus. Man findet Zähne im Tiefsee- 
schlamm, welche gar nicht unterschieden werden können von tertiären Exemplaren '. 

1 cf. W». T fax kr, Report on Cetacea, in Report Cljallenger Eipeditioo, Zooloay. B<1. 1, 1880. 8. 42. cf. Jon* Murray, 
in Scottish Geographica! Magazine, Aug. 1889 und Geological Magazine, Bd. VI, S. 514. 



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160 



Zur Kenntnis* der Gattung Oxyrbina. 



Vorkommen: Eocän: Alabama uud Süd-Carolina. Miocftn: Virginia, Maryland und Süd-Carolina, 
Frankreich, Belgien, Spanien, Portugal, Schweiz, Württemberg, Italien, Sicilicn, Corsica, und Victoria, Austra- 
lien. Pliocän: Südost-England, Belgien, Südfrankreich, Südspanien, Italien. Auch aus dem Oamura-System 
von Neuseeland uud aus dem Tertiär der Cap Verdischen Inseln. 

In dem Münchener Museum findet man eine umfangreiche Sammlung von Zähnen dieser Art und zwar 
aus Amerika, England, Malta und verschiedenen europäischen Fundorten. Unter anderen wären die Original- 
Exemplare zu ScHAFHÄt-TL, welche unter dein Namen O. Mantelli beschrieben sind, zu erwähnen. 



12. Oxyrbina Desorii Aoassiz. 

1813. Oj-yrW Desorii. L. Aoaisiz. PoiM. foes. Bd. III, 8. 282, Taf. 88, Fig. 8—13. 

1B48. — leptodon. L. Agasbiz tom. cit S. 282. Taf. 37. Fig. 3—6, (Taf. 34, Fig. ? 1, 2). 

1847. — Desorii. R. W. üiBun. Proc. Acad. Nat. Sei. Fbilad. S. 267. 

1849. — — E. Swmosda. Mcm. R Accad. Sei. Torino [2]. Bd. X, S. 44, Taf. 2, Fig. 7 - 16. 

1849. — — R. W. Oibbss. Jonr. Acad. Nat Sei. Pbilad. [21. Bd. I, S. 203, Taf. 27, Fig. 169—171. 

1849. — Wihoni. R. W. Gibbe*. ibid. S. 203, Taf. 27, Fig. 172, 112. 

1851. — Desorii. J. L. Nr-i-ngRoniur. Archiv. Verein« fQr aicbenbOrg. Landeskunde. Bd. IV, S. 166. 

Taf. 3. Fig. 28', 29. 

l&öl. — subinflata. 3. L. Kkdbrbobkx. tom. cit. S. 167, Taf. 3, Fig. 80 a, aob. 

1h:»2. — Desorii. P. G Katais. Zool. et Pal. Franc. Taf. 75, Fig. 2. 

1854—56. - WMom. C. G. Coita. Palaeont. Regno. Napoli. Ablh. II, Taf. 7, Fig. 12. 

1857. — Desorii. G. G. Geimbllamo. Atti. Accad. Gioenia Sei. Nat. [2]. Bd. XIII, 8. 315, Taf. 6a, Fig. 12, 13. 

1S57. Jximm JCyetf« G. G. Gkumkllaro tom. cit. S. 319, Taf. «a, Fig. 17. 

1857. — inaequüattmii*. G. G. Gkkmsixaro. tom. cit. S. 319, Taf. 6 a, Fig. 22. 

18C1. üxyrhina inetrta. G. Micbelotti. Mioceoe Inf. Italie Septentr. (Mem. Soc. Holland Sei.) S. 144, Taf. 14, 

Fig. 10, 11, 12. 

18C1. — Desorii. G. Miciusujtti. op. cit. S. 145, Taf. 14, Fig. 13, 14, 15. 

1803. — — K. E. Scbafb&uti.. Sudbayerns Leth. Geog. S. 242, Taf. 62, Fig. 7. 

1871. — gratilis. H. lk Hox. Frelim. Mem. Polai. Tert. Belg. S. 11, Holaechnitt. 

1876. — Duorii. Roa. Lawlky. Nuovi Studi Peaci etc. Colline Toacaae. S. 29. 

1876. l.amna Lt/tllü. Ron. Lawley. op. cit. S. 32. 

1877. Qxyrhina Duorii. A. Locabd Faune Terr. Tert. Moy. Corae. S. 4. 

1877. — — K. Miujjb. Da« Molasse meer in der Bodensee^egend. 8. 66, Taf. 3, Fig. 74. 

1879. - J. Probst. Jahrein. Württemb. Bd XXXV, S. 181, Taf. 2, Fig. 7- 18. 

1879. Atopecias giga*. J. Pbobit. ibid. S. 141, Taf. 2, Fig. 72—75 (non Fig. 69—71). 

1881. Oxyrhino Dttorii. Ron. Lawlkt Studi. Comp. Peaci fosa. etc. S. 77, Taf. 2, 3. 

1865. — giphodoH. F. Nortmno. Abband. Geol. Specialk. Preuasen u. Tbaring. Staaten. Bd. VI, Abtb. III, 
S. 50, Taf. 3. 

1856. - Desorii. A. Imu Boll. Comit Geol. Ital. Bd XVII, S. 30, Taf. 1, Fig. 12—15, 18, 19. 



Mittelgrosse, kräftige, jedoch an der Grundfläche verhältnissmassig schmale Zähne, welche im Hau 
sich sehr eng an die der zwei recenten Arten anschließen. Frontatzähne eng, dick und hoch; die Krone 
derselben ziemlich stark wellenförmig zurückgebogen und an der Auasenseite nahezu flach, an der Innen- 
seitc dagegen hoch gewölbt; Wurzel tief gegabelt, ihre langen Aeste bilden unter einander einen spitzen 
Winkel. Lateralzahne bedeutend dünner als die vorigen, mit einer mehr geraden, jedoch nicht sehr langen 
Krone, welche nur selten an der Spitze zurückgebogeu ist Wurzel länger als bei den Frontalzähnen, aber 
weniger tief gegabelt; die Aeste derselben bilden einen stumpfen Winkel unter einander. 



Zusammenfassung der ArUn von Oxtrhina. 



181 



Vorkommen: Oberes Eocän: Alabama und Süd-Carolina, Nordamerika; Preusscn und Italien, 
Europa. Miocän: Belgien, Frankreich, Schweiz, Deutachland, Italien, Sicilien und Corsica, Victoria, Australien. 
Pliocän: Belgien und Italien. 

Die Originalstucke zu Agassi/, (Taf. 37, Fig. 6 — 10) befinden sich im Züricher Museum. Die Ori- 
ginale zu Fig. 11—13 sollen der Privatsammlung des Herrn Grafen zu Münster angehört haben, nur das 
Original zu Fig. 13 ist nachweislich noch vorhanden und zwar in der Münchener Samm)ung. Ausserdem 
gibt es im Münchener Museum eine grosse Menge von Zähnen dieser Art, — aus dem Eocän von Süd-Carolina, 
Kressenburg (Eisenerz), Ulm und Bolca; aus dem Miocän von Itammingen und Pfullendorf; und aus dem 
Pliocän von Zinola. 

13. Oxyrhina Sillimani Gibbes. 

1847. Oxyrhina SUKmani. R. W. Giiiu. l'roc. Acad. Nut. Sei. Phll*d. S. 268. 

1849. - - R. W. Gibbm. Joarn. Acad. N.t. Sei. PhilatL [2]. Bd. 1, SS. 202, Taf. 27, Fig. 165-168. 

Ziemlich kleine, dreieckige Zähne, welche sich von 0. hastalis dadurch unterscheiden, dass die 
Krone dicker und beiderseits gewölbt ist, die Innenseite am stärksten. Die Wurzel ist auch ziemlich dick 
und bildet ungefähr */» der GesammthÖhe des Zahnes. 

Vorkommen: Eocän: Süd-Carolina. 

14. Oxyrhina Zignoi Bassani. 

1S77. Oxyrhina Zignoi. F. Bama«. Atti Soc. To«c. Sei. Nat. Bd. III, S. 78, Taf. 11, Fig. 2. 
1878 - - F. Bamasi. Atti Soc. Veneto-Trent. Sei. .Nat Bd. V. S. 280. 

Sehr kleine, dreieckige Zähne, mit schief nach hinten und nach aussen gerichteten Kronen, deren 
Aussenseite nahezu eben und deren Innenseite schwach, glcichmässig convex ist Spitze und Ränder sehr 
scharf, Vorderrand geradlinig. Hinterrand an der Basis ein wenig eingebuchtet; Emailgrenze nahezu hori- 
zontal. Eiue leichte Furche, welche namentlich auf der Innenseite entwickelt ist, setzt die Krone von der 
dünnen keilförmigen Wurzel ab. Die Gestalt der letzteren ist ausgeprägt rechtwinklig, denn sie ist am Unter- 
rand gar nicht eingeschnitten. 

Vorkommen: Eocän: Verona. 



15. Oxyrhina laevigata Daimkbies. 

lBfeS. Oxyrhina laeugalo. A. Dauuuub«. Ami. See. Roj. Malscol. Belg. I'roc.-verb. S. 54 

Bloss der Name ist angegeben ohne weitere Beschreibung. 
Vorkommen: System Heersien (Unteres Eocän): Belgien. 



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162 



Zur Kenntniis der Gattung Oxyrbiaa. 



16. Oxyrhina Winkleri Vincent. 
1876. Oxyrhina Wintleri. 0. Vhicwit. Amt. Soc. Roy. Malacol. Belg. Bd. XI, 8. 126, Taf. 6, Fig. 3. 

Das einzige Exemplar, auf welchem diese Art begründet ist, schlieft sich am engsten an 0. tiova 
an, jedoch ist die Krone nicht so schlank und zugespitzt, und die Wurzel nicht so tief gegabelt als bei 
letzterer. Die Gesammthöhe des Originalstückes beträgt 13 mm. 

Vorkommen: Unteres Landenien (Unteres Eocän): Belgien. 

17. Oxyrbina nova Winkleh. 
1876. Oryrluna n0 va. T. C. Wihblbr. ArcWv. Mus. Teyler. Bd. IV, 8. 22, Taf. 2, Fig. 8. 

Diese Art enthält wohl die schlanksten und schmälsten von allen ftryrAma-Zähneu. Die Gesammt- 
höhe bleibt meist innerhalb 1 cm; die Krone ist scharf zugespitzt und leicht nach aussen gebogen. Wurzel 
lang und schlank; die zwei Aeste stehen weit auseinander und bilden upter sich einen stumpfen Winkel. 

Vorkommen: System Bruxellien (Mittel-Eocän): Woluwe St. Lambert, Brüssel. 

ia Oxyrbina minuta Aoassiz. 

1843. Oxyrhina minnln. I,. AnisMZ. Poil*. Fos» Bd. III, S. 285, Taf. 3«, Fig. 39-47. 



1849. — — R. W. Ginm». Jonrn. Acad. Kat. Sei. Puilad. [2|. Bd. I, S. 202, Taf. 27, Fig 161-104. 

1849. - K. Siswxda. Mero. R. Accad. Sei. Torino l2j. Bd. 10, 8. 44, Taf. 2, Fig. 36-39. 

1854-56. - — O. G. Costa. Palaeont Regno Napoll, Abtb. II, S. 85, Taf. 7, Fig. 52— 58. 

1857. - — G. G. (iEXMiu.LAKo. Atti Accad. Gioenia Sei. Nat. [2J. Hd. XIII, S. 316, Taf. 6 a, Fig. 14. 



Kleine, stumpfe, kegelförmige Zähne, denen meist die Wurzel fehlt; die gerade Krone besitzt eine 
sehr geriuge Höhe (unter 1 cm). Vorderzähne schmal, Seiteozähnc mehr oder weniger ausgebreitet, abgestumpft. 

Vorkommen: Eocän: Süd-Carolina; Unteres MiocSn: Osnabrück, Piedimontc, Neapel, Sicilien. — 
Sämmtliche Originalstücke zu Aoassiz, welche aus dem Miocan von Osnabrück stammen, befinden sich im 
Münchener Museum. Einige derselben dürfen aber wohl eher als junge, abgerollte 0. hastalis-Z&hne be- 
trachtet werden. 

19. Oxyrbina craBBa Aoassiz. 

1843. Oxyrhina era**a. L. Aoajhsu, Poiw. Fom. Bd. III, S. 288, Taf. 37, Fig. 16 (pou Taf. 34, Fig. 14). 



184«. - R. W. Gibbeb. Journ. Acad. Nat. Sei. Philad. [2J. Bd. I, S. 202, Taf. 27, Fig. 16», 160. 

1M7. - G. G. Gbmmbllaro. Atti Accad. Gioenia Sei. NaL {2J. Bd. XIII, S. 317, Taf. la, Fig. IIa 

1871. — Btnedini. H. üb TJoh. Prelim. Mem. Pois». Tert. Belg. 8. 6, Holzschnitt. 

1870. — cra*«a. R. Lawlst. Nuo»i Sludi Peaci u. i. w. Colllne Togcaiie. 8. 30. 

1876. — gibbotinima, R. Lawlby. op. cit. 8. 3). 

1870. — Fortttü. R. Lawi.bi. op. cit. S. 31. 

1881. — — R. Lawlby. Studi Comp. Peeci foss. coi viv. etc. 8. 107, Taf. 4, Fig. 1. 

1881. — quadran«. R Lawlby. op. cit. 8. 112, Taf. 4, Fig. 2. 

1881. - FortMtü. A. Lawlby. op. cit. S. 121, Taf. 4, Fig. 3. 

1881. - uMonttima. R. Lawley. op. cit. S. 118, Taf. 4, Fig. 4. 

1891. - c,ai*o. E. T. Kbwtok. Mejn. Geol. Surv. S. 10«, Taf. 9, Fig. 15. 

1894. — — A, S. Woodward. Geol. Mag. [4]. Bd. I. 8. 76, Hol*scbnitt. 



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Zusammenfassung der Arten von Oxyrbina. 



183 



Meist grosse, sehr kräftige Zähne, mit dicker, dreieckiger, etwas zurückgebogener Krone, welche 
öftere mit verticalen Runzeln verschen ist und mit gleichfalls dicker, hoher Wurzel. Bei den Vorderzähnen 
ist die Wurzel tief eingeschnitten, die Aeste derselben bilden einen spitzen Winkel unter einander und die 
Emailgrenze ist namentlich auf der Innenseite stark nach aufwärts gebogen. Bei den Seitenzähnen besitzt 
die Krone eine etwas grössere Ausbreitung und dabei ist die Wurzel weniger tief eingeschnitten. Demnach 
bieten die letzteren eine grosse Aehnlichkeit mit den Lateralzähnen von 0. hastalis bezw. 0. xiphodon, 
sind aber stets durch ihre bedeutendere Dicke zu unterscheiden. 

Vorkommen: Eocän: Süd-Carolina und Alabama. Miocän: Rhcinthal, Sicilien. Pliocän: Italien, 
Belgien, England. — Eines der Originalstücke zu Agassis (Taf. 34, Fig. 14) befindet sich im Stuttgarter 
Museum. Von den zwei bis jetzt aus dem Red Crag in England aufgefundenen Exemplaren gehört eins 
dem Münchencr Museum an. 

20. Oxyrbina plana Akassiz. 

1858. Uxyrhina plana. L. Aao.sii. Amer. Journ. Sei. [2] »J. XXI, S. 274. 

1858. - - I.. Aaomiu. Ren. Geol. Reconn. Cal. S. 316, Taf. 1, Fig. 29-30. 

1877. — — R. IjAwlky. Atti Soe. Tost. Bd. III, S. 848. 

1881. - - R. La wirt. Stadl Comp. I'esci foss coi vir. etc. S. 82. 

Die Zähne dieser allerdings sehr zweifelhaften Art sollen sich lediglich von den recenten Formen 

dadurch unterscheiden, dass sie flacher und mehr comprimirt sind. Einige sind gerade, andere (Frontal- 
zähne?) etwas zurückgebogen. 

Vorkommen: Miocän: Ocoya Creek, Californien. 

21. Oxyrbina tumula Auaksiz. 

1856. Oxyrhino tumvla L. Aoassi*. Amer. Journ. Sei. (9]. Bd. XXI, 8. 275. 
1858. — — L. Aoamiz. Rept. Geol. Reconn. California. S. 316. 
1877. — — R. Lawusy. Atti Soc Tose. Sei. Nat. Bd. III, S. 348. 
1881. — — R. Lawlkv. Stndi Comp. Pesel foss. coi rix. etc. 8. 82. 

Gleichfalls wie die vorige eine sehr zweifelhafte, ungenügend beschriebene Art Die Kronen sind 
von verschiedener Grösse und Gestalt, während bei sttmmtlichen die Wurzel im Verhältniss zur Grösse der 
Krone ausnahmsweise dick und langästig ist. 

Vorkommen: Miocän: Ocoya Creek, Californien. 

22. Oxyrbina brevia Costa. 

1844-5«. Oxyrhin« brttü. 0. G. Costa. Palaeont. Regno Napoli. Abth. II, S. 82, Taf. 7, Fig. 8, ». 
1854—56. - tumidHla. 0. G. Cohta. op. cit. Abtli. II, S. 82, Tat 7, Fig. 10, 11. 

Kleine bis mittelgrosse Zähne, welche 0. hastnlis sehr ähneln. Die Aussenseite ist aber etwas 
gewölbt und nach innen gebogen; Innenseite stark convex. Die Krone ist an der Basis sehr ausgebreitet, 



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184 



Zur Kenntnis« der Gattung Oxrrhina. 



fast gleichschenklig, scharf zugespitzt und mit schneidenden Rändern versehen. Emailgrenzc verläuft 
beiderseits in eine gebogeue Linie. Wurzel ungefähr '/• &> hoch »'s die Krone '. 
Vorkommen: Miocän: Neapel, Italien. 

23. Oxyrhina complanat» Sismonda. 
1819. OayrMino eomplanata. E. Sibmorua. Mem. It. Accad. Sei. Torino [2]. Bd. X, S. 41, Taf. 1, Fig. 37-40. 

Die unvollkommenen Exemplare, auf welchen diese Art begründet ist, unterscheiden sich von 
0. hastalis hauptsächlich dadurch, dass die Krone beiderseits in der Mitte fast gleichförmig rundlich er- 
hoben, gegen die sehr scharfen Ränder zu aber abgeplattet ist. An den betreffenden Exemplaren ist die 
Wurzel nicht erhalten, die Krone ist jedoch an der Basis ziemlich dick, woselbst die Emailgrenze leicht 
aufwärts gebogen ist 

Vorkommen: Miocän: Piemont. 

24. Oxyrhina Taroti Roüalt. 

1858. Oxyrhina Taroti. M. Roitalt. Compte« Renda* Acad. Sei. Bd. XLV1I, S. 101. 

,0. Taroti sp. nov. Dentes robustes, cpaisses, lorges. S.-Gregoire, S.-Juvat" — Roüalt. 

In der Literatur findet man weder eine anderweitige Beschreibung dieser Art, noch die Angabe des 
Aufbewahrungsortes der Originalstücke angeführt, doch dürften die letzteren in den Besitz des geologischen 
Museums zu Rcnnes übergegangen sein. 

Vorkommen: Miocnn: Nordwest-Frankreich. 

26. Oxyrhina Vanieri Roüalt. 

1858. Oxyrhina VanUri. M. Rotalt. Coroptes Kendiis Acad. Sei. Bd. XLY1I, 3. 101. 

1875. - H. E. Saciaor. Bull. 8oc. Geol. Franc« [3). Bd. III, 8. 633, Taf. 22, Fig. 1, 1 a. 

1882. - — H. E Sauvaob. Mem Soc. Sei. Xat. Saöne-et-Loire. Bd. IV, S. 45. 

1889. - A. S. Woodwahd. Cat. Fish« Brie Museum. S. 386. 

»0. Vanieri sp. nov. Dents qui rappellant celles de 0. Manldli, plus elancäes, plus 6troites. S.- 
Juvat. " Roüalt. 

Durch diese selir flüchtige Originalangabc hingewiesen, gelang es erst Sauvaoe aus einer Samm- 
lung Zähne von dem gleichen Fundort die Form wiederzuerkennen und genauer zu fixiren. Die Frontal- 
zühne erinnern sehr an 0. Mantelli oder an 0. Desorii, sind aber dicker, kräftiger und mehr gerade als 
die letzteren, denn nur die Spitze ist leicht nach aussen gebogen. Die Aussenseite ist bei den Frontal- 
zähnen leicht abgerundet, bei den Lateralzähnen noch merklicher gewölbt Die Emailgrcnze verläuft auf 



1 Die ZKhne, ««Ichs Nmtoibokkm (Archiv Vor. siebenbürg. Landeskunde Bd. IV, 1651, S. 169, Taf. 3, Fig. 34 — 37) 
unter dem Xanten 0. ilantri beschrieben bat, sind kaum von O. brtvis tu unterscheiden, nur sind sie d duner und an der 
Aussenseite in der Mitte abgeplattet, also unter O. hastalü zu bringen. Es ist immerhin sehr zweifelhaft ob Costa"» Original- 
Exemplare genügend abweichend sind um eine neue Specie» darauf zu begründen. 



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Zusammenfassung der Arten von Oxyrhina. 



185 



der Externseitc fast horizontal, ist auf der Internseite dagegen stark nach aufwärts gebogen. Die Wurzel 
ist kräftig, massig tief eingeschnitten und auf der Innenseite sehr erhaben. Die Aeste stehen ziemlich 
weit auseinander. 

Vorkommen: Miocan: Nordwest-Frankreich. 

26. Oxyrhina Kochi Wincki.eb. 

1875. Oxyrhina Kochi. T. C. Wi»cmt«, Archiv Vereins Freunde Xatnrgeach. Mecklenburg. Bd. XXIX, S 105, 
Taf. 2, Fig. 3, 4 

Die angegebenen Merkmale, wodurch Winckleh's drei unvollkommene Originalstücke sich von 
0. Desorii unterscheiden sollen, dürften doch eher nur für eine Varietät der letzteren sprechen, statt für 
eine selbständige Art. Sie zeichnen sich jedoch durch eine überall sehr dicke, hohe, seitlich schlanke Krone 
aus, deren Aussenseite vollkommen flach, deren Innenseite dagegen auffallend convex ist, so dass der Quer- 
durchschnitt einen Halbkreis bildet. Die Aussenseite zeigt zwei schwache, den Rändern parallel verlaufende 
L&ngsfurchen; Innenseite glatt. Die Ränder sind sehr scharf, die Spitze ausgeprägt nach aussen gekrümmt; 
Wurzel fehlt 

Vorkommen: Miocan: Reinbeck, Holstein. 

27. Oxyrhina Agassizii Lk Hon. 

1871. Oxyrhina Agastizii. H. Lk Hör. Prelim. Mein. Poüw. Tert. Belg. S. 8. 
1871. Jnotodu» Agastizii. H. Lb Ho». Prolin. Mein. Poin. Tert. Belg. S. 8. 

Die Beschreibung dieser Art war bei Erstellung vorliegender Arbeit leider nicht zugänglich. 
Vorkommen: Pliocän: Belgien. 

28. Oxyrhina numida Valbkoiükxüs. 
1844. Oxyrhina numida. A. VALwenmm». Annale» Sei. Nat. [3]. Bd. I, S. 108, Taf. 1, Fig. 15. 

Die Krone des einzigen Zahnes, auf welchen diese Species begründet ist, bildet ein gleichschenk- 
liges Dreieck, dessen Höhe 4,8 cm und dessen Breite 4,4 cm an der Basis inisst, Aussenseite platt, Innen- 
seite stark convex und zwar in der Weise, dass die Seitenansicht eine gewisse Aehnlichkcit mit 0. Man- 
tdH besitzt. 

Wegen Mangel einer vollständigen Beschreibung darf man wohl zweifeln, ob man es hier nicht 
eher mit einem grossen Exemplar von 0. hastalis resp. der Varietät 0. xiphodon zu thun hat. 
Vorkommen: Jung-Tertiär: Algerien. 

29. Oxyrhina gomphodon Müllkr und Hbnlk. 

16S6. * Cania Carcharia*. ü. AldhOvA.MiI. ü« Pisciboi. Bd. 3, S. 88«. 

1718. — . — RirvacH. Tbeatrum nniver». omnium animal. Bd. II, Taf. 0, Fig. (3. 

FtlM.wtKcnrt.1c,. Hd. XU. 24 



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186 



Zur Kenntin» der Gattung (»xyrhina. 



1786. Tiburo». Bbi' ob R.imon. Coli, de laroinaa etc. Bd II, S. 07. 

1792—97. Cant di mnre di Mtuina. SrsLLASZAüi. Viaggi alle due Sirile etc. Bd. IV. S. 325. 



1819. Squalu* rostrat»t. Sa>rwo Machi. Atti Reale Acead. Scicune. Bd. I, S. 55, Taf. 1, Fig. 2. 

1828. Lamna oxyrhina. ( ctub und Valesciehnü'. 

1833. — Spalinmam. C. Ii. B'Wcapartr, Iconogr. Fauna ItalUna. Faac. 26. 

1841. Oxyrhina yomphodon. Mülle» und Hehle. Syttemat. Beachr. riagiostomen. S. 68 mit TafeL 

1848. - - I.. Acuta». Pol«. Fom. Bd. III, S. 276, Taf. 0. Fig. 2, 2a, 2b, 2c, 2d. 

1845. — — It. Otu. Odontography. Bd. II, Taf. III. (Copie nach Aoasmü). 

1885. — SpallamaHi. Ava. IIoxemu Hi»t NaL Polaaou«. Bd. I, S. 408. 

1877. R. Lawlby. Atti. Soc. Tote. Sei Nat Bd. III, S. Sili. 

1879. — gompMo'lon. K. Martis. Zeitachr. d. deutacb. geol. Oesell. Bd. XXXI, ü. 477. 



1889-93. Lamna Spolhmani. J. V. Iabu». Prodromua Fannae. Mediterr. Bd. II, S. 505. 

Die Zähne dieser Art deuten auf eine nähere Verwandtschaft mit 0. Desorii hin; Zahl derselben 

13 

--- — jederscits. Vorderzähne sehr schlank und dick, bis zu 2 cm hoch; die des Unterkiefers stark 
1 3 ~~ 1 * 

/.urückgebogen ', diejenigen des Oberkiefers dagegen gerade, oder nur mit der Spitze leicht nach aussen 
gezogen. Wurzel dick, tief eingeschnitten, auf der Innenseite sehr erhaben. Im Unterkiefer bilden die 
Wurzeläste eineu spitzen Winkel mit einander, im Oberkiefer einen stumpferen. Der dritte Zahn im Ober- 
kiefer ist ausnahmsweise klein und schief ; von da an nehmen die zunächst folgenden Scitenzähne an Höhe 
zu, dann wieder ab. Im Unterkiefer nehmen die Zähne gleich vom ersten an an Hohe ab. Die Krone der 
Seitenziihne ist in beiden Kiefern gerade, an der Basis ausgebreitet und mit scharfer Spitze und schnei- 
denden Rändern versehen; Außenseite flach, Innenseite convex, doch weniger gewölbt als bei den Vorder- 
zähnen. Im Oberkiefer stehen die Kronen etwas schiefer nach hinten gerichtet, als im Unterkiefer. Wurzel 
sehr lang, massig dick, mit weit auseinander stehenden Aesten; Vorderast meist regelmässig abgerundet, 
Hinterast abgestumpft. Mundwinkelzähne sehr klein, aber mit wohl entwickelten, langen, dicken Wurzeln 
versehen. Symphysenzahne fehlen. 

Vorkommen: Kecent im Mittelmeer und grossen Ocean. Fossil im Jungtertiär auf der west- 
indischen Insel Buen Ayre, vielleicht auch in Italien. 



• Der engere Sinn, in welchem ich tteta die Bezeichnungen „zuroekgobogen, gerade, schief, bei der Beachreibung 
vorstehender Arten angewendet habe, wird bei Betrachtung dea wohlbekannten recenten Gebisses klar. „Gerade und schief 
beziehen »ich lediglich anf die Längsrichtung, »aufrecht und suruckgebogen" auf die seitliche. Ein Zahn kann in der Weiae 
zuruckgebogen aein, data die Seitenansicht der Rander (Profil): 

1) eine gerade Linie darstellt, 

2) eine einfach gekrOmmte Linie, 

3) eine doppelt oder wellenförmig gebogene Linie. 

Dieser letzt« Fall iat der gewöhnlichst«, denn bei faat allen nach innen gebogenen Zibnen iat mindesten» die Spitze wieder 
nach aussen gebogen. Will man ferner bei einzelnen Exemplaren die Form noch genauer bezeichnen, ao kommt auch die 
Krümmung der Mittellinie beider Seiten «owohl, wie det Rande* in Betracht, z. B. kann die Auaaenaeite einfach gebogen «ein, 
die Innenseite dagegen wellenförmig, oder es itt die Austenseite gerade und die Innenseite einfach gebogen n. a. w. 



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Zusammenfassung der Arien von Oxyrhiu». 187 

30. Oxyrhina glauca .Müllkk und Uenle. 

1841. Oxyrhina glauca. Miu.BE und Hbxlh. Syat. Beschreibimg der l'lagiostoraen. S. 69 mit Tafel. 
1*65. — — A. Dtmtau.. Uiat. Nat. PoUsoua. Bd. I, S. 409. 

Diese zweite lebende Art unterscheidet sich von der vorigen lediglich durch die Form und Stellung 
der ersten Rücken- und der Brustflosse und die tiefblaue Farbe. Die Zahne und sonstigen Merkmale sind 
wie bei 0. yomphodon. Drei trockene Exemplare sind in Leyden. 

Vorkommen: Kecent bei Java im Java-See. 



Aus dein Oamuru-System von Xeu-Seeland, dessen aequivalentes Zeitalter nicht genau festgestellt 
ist, sind die folgenden Arten von J. W. Davis' beschrieben worden: 

Oryrhina Enysü, 

— fastit/ialii, 

— yrandis, 

— Haast ii, 

— latu, 

— recta, 

— snbtrjcn. 



Notizen über das Vorkommen vuti Oj-yrAma-Ueberresten findet man Überall in der Literatur an- 
geführt. Um das Nachschlagen der Fundorte bequemer zu machen, ist das folgende Register zu den 
wichtigsten Referaten beigegeben : 

Graf eq Münster Beiträge rar Petrefaetenkunde 

Heft V. 1842. S. 67. Oxyrhina Jutsiati*. 
, VII. 184ß, S. 23. — hastalis, xiphodon, plicatilü, Vesorii, crassa, retroflexa, Icplodon. 

Jahrbuch der k. k. geol. ReJchsaBatalt. 

Band XV. I8ft5, S. 1^'J. Oxyrhina Nantdli. 
,. XVI. 1866, S. 41. — Ifantelli, xiphodon. 

.. XVUI. 1878, S. 33. — Desorii, isocelka. 

1880, 8. 54. - 



' cf. J. W. Davis, Sei. Trans. Roy. Dublin Soc. (2) Bd. IV, 1*8$, S. 2«-32. Diese Arbeit »ar mir leider nidit 
zugänglich. Nach der strengen Kritik von Daum (Neues Jahrb. 18S9, Bd. I, S. 306), waren diese neu aufgestellten Arten 
Nebenbei sei bemerkt, dass der Name 0. lala schon vergeben war. 



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168 



Zur Kenntnis« der Gattung Oxyrhina. 



Neues Jahrbach für Mineralogie, Geologie and Palaeontologie. 

Jahrgang 1641, S. 97. Oxyrhina notaspis. 

1843, S. 261. — xiphodon. 
1843, S. 262. — hastalis, reflexa. 



" 



1845, S. 256. - 

1848, S. 56. — plicatüis. 

1847, S. 242. — Desorii, hastalis, Uptodon, xiphodon u. nov. sp. 

1850, S. 102. - ManteUi. 

1850, S. 868. crassa, Desorii, hastalis, ManteUi, minuta, Siilimani, plicatilis 

1851, S. 183. — hastalis, Uptodon, xiphodon, Zippei. 

1851, S. 254. — hasialia, xiphodon. 

1852, S. 110. — hastalis, Uptodon, quadrans, subinflaia, Desorii, Zippei. 

1852, S. 167. - Desorii. S. 759. 0. macer. 

1853. S. 1 10. — Desorii. hastalis, Uptodon, quadrans, subbtflata. 
1H54, S. 515. — Desorii. 

1855, S. 234. — Desorii, hastalis, ManteUi, plicatilis, subinflata, xiphodon. 

1855, S. (114. - longidens, macer. S. 623. 0. ManteUi. 

1855, S. 728. — heteromorpha. 

1856, $.93,739. — Desorii. S. 758. 0. Rovilleri. 

1856, S. 483. — ManteUi. 

„ 1857, S. 243. — plana, ttimula. 

1857, S. 625. — ManteUi, Zippei. 

1858, S. 38-.'. — maerorhtia. 

„ 18r»M, S. 87ti. — hastalis, Taroti, trigonodon, Vanieri, xiphodon. 

1855», S. 121. — macrorhita. S. 361. 0. ManteUi. 

1887 II, S. 152. — Agassis», Desorii, quadrans. 

1SS!> I, S. 306. - aeuminata, Enysii. fastigata, grandis, llaastii, lata, recia, 

Quarterly Journal Geological Society. 

Rand I. 1845, S. 426. Oxyrhina hastalis, xiphodon. 

„ V11J. 1852, S. 302, 318. — Desorii, trigonodon, xiphodon. 

„ XXI. 1865, S. 28. - ManteUi. 

Verhandlungen der k. k. geol. Keiehsanatalt. 

Jahrgang 1861, S. 41. Oxyrhina alpina. 

„ 1872, S. 37. — hastalis, Manttlli, xiphodon. 

1873, S. 212. — Desorii, isoeeiiea. 

1876, S. 128. — angustidens. 

„ 1878, S. 163. — paradoxa. 

Zeitschrift der deutschen geologischen Gesellschaft. 

HI. 1851, S. 467. Oxyrhina ManteUi. 

VI. 1854. S. 207, 211, 531. — ManteUi. 
VI. 1854, S. 531. — angustidens, heteromorpha. 

VIII. 1856, S. 405. - longidens. 

VIU. 1856, S. 424. — hastalis. 



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Synonymik. 



189 



Hand XII. 1860, S. 7h, 86. Oxyrhina ManUlli. 

XII. 1860, S. 376. — sp. 

.. XIII. 1861, S. 433. — macer. 

.. XV. 1863, S. 301. 326, 32*. - Wirbel. 

.. XV. 1863, S. 32s. — angustidens. 

„ XXII. 1870, S. 242. — ManteUi, Coprolithen. 

„ XXX. 1878, S. 262, 263. — Mantdli. 

,. XLI1. 1890. 3t<8. — hastalis. 



Synonymik. 



Alopecia* giyas I'kohst 
Anotodtts Agassizii Le Hon 
Lamna acuminata Agassis (z. Th.) 

— LycUi Gemmbllabo 

— inacquilatcralis Gemm. 

— ManteUi Manteli. 

— oxyrhina Owes 

— petricoriensis Coqi'akd 

— SpaUaneani 
Otodus opiculatus Aoassiz 

svbbasatis Kipkuanüff 

— oxyrhinoides Saüvagf. 
Oxyrhina acuminata Davis 

— acuminata Rei:ss 

— Agassizii Lawlky 

— ulpina (iOMBEL 

— angustidens Euhwalü 
Arnaudi Coqüand 

— basisulcata Sismonda 

— Benedeni Le Hon 

— carinata Eicitwald 

— conica Davis 

— ntdodonti Pedeoxi 
Enysii Davis 

— cxtenta Leidy 

— Forcstii 1.awley 

— gibbossima Lawley 



Oxyrhina Dcsorii Acjassiz. 

— Agassizii Le Hon. 

— ManteUi Agabsiz. 

— Dcsorii Aoabhiz. 

— Dcsorii Agaskiz. 

— ManteUi Agassis. 
gomphodon MCfj,er u. Henle. 

— ManteUi Aoahhiz. 

— gomphodon MtfiXKit u. Hehle. 

— hastalis Aga&biz. 

— subbasatis Kipkijanoff. 

— ManteUi Agassis. 

— Iwstalis Aoassiz. 

— angustidens Raus*. 

— hastalis Agabsiz. 

(?) Sphenodtts (Orthacodus) alpinus Gümbel. 
Scapanorhynchns gigas Woodward. 
Corax sp. 

(?) Garcharias basisulcatus Sismonda. 
Oxyrhina crassa Agassiz. 
Hybodus carinaius Eichwald. 
Otodus suhatus Geixitz. 
(?) Hemipri&tis serru Aoassiz. 
Oxyrhina Haast ii Davis. 

— ManteUi Agassi/. 
crassa Aoassiz. 

— crassa Aoassiz. 



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190 



Zur KeunüÜM der Gattung Oxjrhina. 



Oxyrhina gracilis Le Hon 

— Hauen Neugkbobkn 

— Heckeliana Neuoeboren 
- hettromorpha Reuss 

incerta Michelotti 

— isocclia SlSMONDA 

— lata Nelukboken 
leptodon Agassis 
leptodon Ubmmei.laro 

— lougidms Qcenstedt 

— macer (Juenstedt 

— Manidli Schafiiäutl 

— minuta Gibbes (z. Th.) 

— ornuti Quenstept 

— paradoxa Aoassiz 

— plicatüis Aoassiz 

— punctata Gbay 

— quadrans Aoassiz 

— qmdruns Lawley 

— retroflexa Aqassiz 

— Spallansani Bonaparte 

— subinflata Neugeboren 

— trigonodon Aoassiz 
Wikoni üibbes 

— xiphodon Aoassiz 

— xiphodon Nobtlino 

— Zippci Neu GEnoRKji 
Scoliodon priscits Rruss 



Oxyrhina Drsorü Agassiz. 

— hastalis Aoassiz. 

— hastalis Agassiz. 

— angustidens Reu>s. 

— Drsorü AoASbiz. 

— hastalis Aoassiz. 

— hastalis Aoassiz. 

— Desorii Aoassiz. 

— hastalis Aoassiz. 

Sphcnodus (Orthacodus) longidms Agassiz. 

— — longidens Aoassiz. 
Oxyrhina hastalis Aoassiz. 

Carcharias Gibbesii Woodwabo. 
Sphenodtts (Orthacodus) longidms Aoassiz. 
Hybodus paradoxus Aoassiz. 
Oxyrhina hastalis Aoassiz. 
iMtnna punctata Uhai. 
Oxyrhina, hastalis Aoassiz. 

— erassa Agassi/.. 

— hastalis Aoassiz. 
gomphodon Müller u. Hinlb. 

— Desorii Aoassiz. 

— hastalis Aoassiz. 
Drsmii Aoassiz. 

— hastalis Aoassiz. 

— Desorii Aoassiz. 
hastalis Aoassüz. 
angustidens Reürs. 



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Zeitliche Verbreitung der Arten von Oxyrhina. 



191 



Zeitliche Verbreitung der Arten von Oxyrhina. 



N'ro. 


Arten: 


1. 


Oxyrhina subinflata An 


o 


— 


macrorküa Pict. et Camp. 


6. 


— 


Nanttlli Ao 


4. 


— 


Zippti Ao 


t 
0. 


— 


angwtidens Reuss . . . 




— 


Rouilleri Ktrai-i. . . . 


— 


— 


subbasalis Ku-nu . . . 




— 


crassidtns Uixon . 




— 


J.undgreni Davis . . . 


10- 


— 


triangularis Egebton 







hastalis Ao 


« 




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complanata Sibm. . . . 


24. 




Taroti Rooalt . . . . 


25. 




Vanieri Rouaj/t . . . 


26. 




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27. 




Agastiiii Lk Hon . . . 


28. 




«wmiia Vaubsc. . . . 


29. 




gomphodon M. u. II. . . 


30. 




glauca M. u. H. . . . 



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MiocAo 



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Tat'el- 



Erklär u n 



Tafel XVI. 

Fig. 1. Linke Seite des retoiistruirteii Gebisses, von aussen gesehen, */»• natürlicher Grösse. 
. 2. Diagrnm der Dimensionen aller zehn Wirbelkörper vom Kopf bis zum Schwanz bei zwei Exem- 
plaren von Oxyrhma MantrUi. 

Das Diagram ist auf Maassstab 1 : 10 gezeichnet und photographisch genau '/« verkleinert. 



I'ul»rrMi!«(;fnj.hlra. BU. XL1. 



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Taf. XVI. 




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Tafel-Erklaru njr. 



Tafel XVII. 

A Oberkiefer zahne der rechten Seite. 

Fig. I. Froutalzabn, I. Querreihe: a Innenseile, b Seitenansicht, e Aassenseile. 

2. Froutalzabn, II. Qnerreihe; a Aussenseite, b Wurzel von nnten gesehen, c Innenseite. 

•• 3. Frontnlzabn, HI. Qnerreihe; a Innenseite, b Wurzel, c Profi), d Außenseite eines anderen Zahnes der- 
selben Qucrrelhe, t Innenseite eines Zahns der entsprechenden Stelle au der linken Seite des Kiefers. 

•». I.ateralzahn, IV. Querreihe; a Innenseile, h Aussenseitc. 

5. Latcralzihn. Y. Querreihe; a Aussenseite. 6 Innenseite. 

»!. Utcralzahn, VI. Qnerreihe: a Aussenseite. 6 Inueuseite, c Seitenansicht. 

7. Lateralzahn, VII. Querreihe; a Profil, b Aussenseite, c Innenseite. 

.. Lateralzabn, VIII. Querreihe: a Aussenseite. b Innenseite. 

.. 9. Laternlzahu, IX. Querreibc; a Aussenseite. b Innenseite, c Seitenansicht. 

., 10. Lateralzahn, X. Querreihe; a Innenseite, b Aussenseite. 

„ 11. Lateralzahn, XI. Querreihe; o Aussenseite, b Innenseite. 

B. Unterkieferzähne der rechten Seite. 

.. 12. Frontalzahn, 1. Qnerreihe; a Innenseite, b Wurzel, c Aussenseite. 

.. 13. Frontalzahn, II. Querreibc-. a Aussenseite, b Innenseite. 

., 14. Frontalzahn, III. Querreihe und aus der äusserten I.angsreihe (abgestumpft), a Aussenseite, b Innen 

seile, c Seitenansicht. 

.. 15. Lateralzabn, IV. Querreihe: a Innenseite, b Aussenseite. 

.. IG. Lateralzabn, V. Querreihe; a Innenseite, b Aussenseite, c Seitenansicht. 

,. 17. Lateralzahn, VI. Querreihe; a Innenseitc, 6 Aussenseite. 

., 1H. lateralzabn, VII. Querreihe: a Aussenseite, 6 Innenseite, c Seitenansicht. 

., 19. Laterulzalin, VIII. Querreihe; u Innenseite, b Aussenseite. 

., 20. Lateralzahn, IX. Querreihe; o Innenseite, b Aussenseite. 

., 21. Lateralzahn, X. Querreihe; a Innenseite, b Aussenseite. 

,. 22. Lateralzahn. XI. Querreihe; « Innenseite, b Aussenseite. 

C. Mundwinkelzähne der beiden Kiefer. 

„ 28. Mundtviukclzahne der XII. Querreibc gegen die Aussenseite geschen. 

., 2!» — 34. Mundwinkelzahne der XIII. Querreihe, von oben gesehen. 

D. Symphysenzähne. 

.. 35. 36. Die beiden aussersten Symphysenzabne: Fig. 35 o von oben, b von unten, c von der Seite. 

„ 37—42. Die den vorigen zwei folgenden Reihen von kleineren Sympbysenzahnen. gegen die Aussenseite gesehen. 

.. 43 -45. Die drei unsymmetrischen Symphysenzähne, von aussen gesehen: Flg. 45 6 Seitenansicht, 45 e Innenseite. 

E. Oberkieferzähne der linken Seite. 

., 46. Frontalzahn, I. Querreihe: a Innenseite, 6 Ausscuseito. 
.. 47. Frontalzahn, II. Querreihe; a Aussenseite, b Innenseite. 

,. 46. Lateralzahn, IV. Querreihe, abgestumpft und mit anormalem FortsaU an der Wurzel; n Innenseite, 
r b Anssenseite. 

.. 49—50. Einzelne Zahne eines anderen Individuums von dem gleichen Fundort. Fig. 49, Frontalzahn de*. 

Oberkiefers, III. Querreihe, mit Xcbcnzacken. Fig. 50. Frontalzahn des Unterkiefers. 



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Tafel - Erklär u n g. 



Tafel XVIII. 

Fig. 1. Erster Wirbelkörper, mit Knorpelüberzug betleckt. Nat. Grösse. 
a. Vorderseite. b. Seitenansicht, c. Hinterfläche. 
J. Zweiter Wirbelkörper, mit excentrischer Durchbohrung für die Chorda. Nat. Grösse, 
(i. Yorderfläche. b. Ilinterfiftche, bedeutend grösser als die Vorderkegelfläche. 

3. !)0. Rurapfwirbel vom Kopf. Nat. Grösse. 

«. Vorderkegelfläche. b. Seitenansicht. 

4. 194. Schwanzwirbel vom Kopf. Nat. Grösse. 

a. Vorderkegelfläche. (Die Chordadurchbolirung ist nicht excentrisch). 

5. Durchschnitt des fi6. Rumpfwirbels vom Kopf. 

6. Eine Parthic des Knorpels vom Kopfstück Nat. Grösse. 
., 7. Dünnschliffe derselben, bei 4öfachcr Yergrösserung. 

8. Eine Parthie der rhagrinhnut die Anordnung der Schuppen zeigend, stark vergrössert. 

'.». IJingsdurchschnitt durch eine Schuppe von Oxyrkitta MatUeili bei HOfacher Vergrösserung 

gezeichnet. Höhe derselben 0,07 mm, Breite 0,59 mm. 
10. Durchschnitt einer Schuppe von Thelolepis parvidetw Ao. aus dem Ludlow Boncbed, nach 
einer Zeichnung von Hofeb. Höhe 0,577 mm, Breite 0,403 mm. 
, 1 1 a, b. Schuppen von Thelolepis parvidens A«i. nach Pandek. 
12. Schuppen von Ox>/rhina Mantdli Ao. 50 fach vergrössert. 

Anmerkung: Irrtbumlicherweise ist Fig 12 durch Fig. 11 c uud d ersetzt, welche die äussere Form und Vemeraugsfalteu 
tod Thtloltpit darstellen. *uit derselben von Oxyehim. Jedoch ist die Aelmlicltkeit so gross, dMs die Figuren 
IIa und 11 d ebensowohl bezeichnet werden dürfen, Iiis die glatte reBp. d:c mit Falten verzierten Schuppen tob 
Oryrhina MnnttlH. 



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